Für den Inhalt dieser Seite ist eine neuere Version von Adobe Flash Player erforderlich.

Adobe Flash Player herunterladen



 

WET

pusbisher: namco bandai partners

vö: 21.09.09

system: ps3 (test), xbox360

wertung: 8.3 von 10



   

„wet, wet ... da war doch mal was...“ werden die älteren unter euch jetzt vielleicht denken. ja, es gab schon mal einen gleichnamigen titel. doch anders als die rund zehn jahre alte pc-stategie geht es hier nicht (direkt) um feuchte träume, sondern um „von blut verschmierte hände“, wie wir am anfang lernen. treffender kann der titel gar nicht gewählt werden, denn hauptfigur rubi macht sich auf ihrem von geld und rache getriebenen trip durch die unterwelt ihre finger sehr schmutzig.

rubi malone ist 'ne geile sau. das betrifft sowohl ihr äußeres, als auch ihr auftreten. sie arbeitet als killerin und kopfgeldjägerin, für geld erledigt sie so ziemlich jeden job. und sei es, sich mit den gefährlichsten gangstern anzulegen. genau das macht rubi auch. allerdings spielt die kohle momentan eine untergeordnete rolle. sie will ein paar der gefährlichsten bandenchefs und kriminelle aus persönlichen motiven um die ecke bringen. mehr muss über die story, die ohnehin eine etwas untergeordnete rolle spielt, nicht verraten werden. im zentrum steht die art, wie sie das tut – nämlich äußerst stylisch!

damit die ober-bösen und ihr fußvolk elegant ins jenseits befördert werden, greift rubi im nahkampf zu einem samuraischwert und ballert mit diversen schießeisen ihre gegner weg. ja, das erinnert an „kil bill“ und tarantino-flicks. solls offensichtlich auch, denn die kompette optik ist so ähnlich gehalten. ganz b-movie-grindhouse-stil werden abgenutzt aussehende zwischensequenzen und info-boards eingebaut. die action-sequenzen erinnern dagegen an moderne third-person-shooter. einfach so im rennen leute umzunieten oder zu zerteilen ist zwar auch möglich, war aber gestern. viel cooler ist es, sie auf ihren knien rutschen, wallruns oder salti über erstaunlich häufig in die örtliche architektur stangen machen zu lassen. dann schaltet alles in slow-mo, man kann die ziele anvisieren, attakieren und bei den großen per aufpoppenden quicktime-event besiegen. dabei lasst sich die heldin in quasi jede richtung steuern und sieht etwa beim rutschen dank schöner animation der oberkörperbewegungen richtig gut aus. ja, max payne u.a. lassen grüßen. übrigens bringt das auch punkte, mit denen rubis fähigkeiten und arsenal-teile upgelevelt werden können.

hin und wieder sieht rubi im wahrsten sinne rot. spritzt ihr (nach scriptvorgabe) blut ins auge, wechselt ihr in den rage-mode. in dem alles nur noch rot, schwarz und weiß zu sehen ist. dann gilts nur noch abzuräumen, denn die leichteste berührung mit schwert oder kugel schickt die gegenüber hier schon ins nirwana. der gelungene rock-soundtrack peitscht einem da so richtig ein.

eines der großen pluspunkte des spiels ist, dass es sich selbst nicht so ernst nimmt. lockere sprüche, meist von der protagonistin, lockern das gemetzel immer wieder auf und auch das geschehen selbst ist in keinster weise ernst genommen werden. es soll einfach nur kopflos abgehen, was sich beispielsweise im nachladen der standart-knarren widerspiegelt. sie müssen nämlich nicht nachgeladen werden. als zweites beispiel sei noch das fallobst in form von der gegnerhorden, die ihre bosse beschützen wollen. sie rennen zuweilen absolut kopflos rubi vor die flinte. das mag als makel erscheinen, doch es geht darum, die combos am leben zu halten. das hält den spaß-faktor hoch.

dafür zieht die deutsche lokalisierung runter. das spiel ist ab 18, hat aber sämtliches blut dafür entfernen müssen. blutrausch ohen blut? irgendwie albern. noch mehr stört die synchronisation. während die rubi-sprecherin ihren job ganz ok macht, nerven die wiederkehrenden sätze der dummen kontahenten relativ schnell. schade, zumal das englische original, in dem eliza dushku (ex-buffy-erzfeindin) rudi spricht, überzeugt. darüber hinaus muss die killerin eigentlich immer vorgefertigte wege gehen, um ans ziel zu kommen. das ermüdet und ist schade, denn in den arenen-kämpfen, die eingestreut wurden, zeigen die entwickler, dass es auch anders ginge. neben dem nach so acht stunden erreichten finale hätten auch die grafik-details üppiger ausfallen können. nur, weil man den 70er-film-stil verfolgt, muss man doch nicht auf texturen verzichten.

 

fazit

„max payne“ meets „stranglehold“ meets „mad world“ meets „the club“ meets „matrix (2)“ meets tarantino. ganz schön heftige mischung das. klar ist gewalt ein freizeitbeschäftigung so eine sache, aber durch die ein- und angebrachte selbstironie fängt sich „wet“ selbst auf. die steuerung ist eingängig, sodass rubi schnell coole manöver durchführt. diese stunts und die action stehen eindeutig in vordergrund. daran droht das game auch etwas zu ersticken, weil sich die krassen combos wiederholen. doch bevor langeweile aufkommt, setzten die entwickler neue gameplay-situationen. besonders beeindruckend, wenngleich auch wieder leider sehr linear ablaufend, ist eine verfolgungsjagt auf einem highway, bei der rudi von einem zum anderen auto springt oder mal eben so an der seite eines trucks rennt. 12 kapitel intensives spielerlebnis, das im original sicher noch mehr macht, aber für freunde des genres eine kurzweilige angelegenheit, die durch das upgrade-system und dem später freigeschalteten modus, bei dem rubi schnellstmöglich von a nach b kommen muss, auch noch länger für rabiates vergnügen sorgt.

 

die website - auch nicht jugendfrei: http://wet.bethsoft.com