STREET FIGHTER IV

pusbisher: capcom

vö: 20.02.09

system: ps3 (test), xbox

wertung: 9.2 von 10


   

es grenzt an ein wunder, dass ich diese zeilen hier schreibe. eigentlich hat mich die letzten tage nichts von meiner ps3 wegbekommen. schuld daran ist die rückkehr des königs der beat’em-ups: „street fighter“ ist wieder da – und die vierte (streng genommen: 34.) auflage hält alles, was sich die klopper-gemeinde von der fortsetzung der serie versprochen hat!

schon beim intro wird der besondere, durch zahlreiche filmchen (s.o.) hinlänglich bekannte grafikstil vorgestellt. eine mischung aus anime und irgendwie zu kämpfern mutierten japanischen schriftzeichen bestimmen die szenen vom anfang an über das übersichtliche menü bis ladebildschirm. dann geht’s los: die fighter machen ihre sprüche und bauen sich voreinander auf. und spätestens wenn das obligatorische „fight!“ kommt, sind sie wieder da, die erinnerungen an die gute alte zeit. da will man sofort wieder das grinsen aus bisons gesicht hauen, einen uppercut am kinn von ryu/ken anbringen und flammen auf sein gegenüber loswerden. unglaublich, wie sehr man (wieder) in die arenen hineingezogen wird. das gilt sowohl für erfahrene gamepad-joungleure, als auch für kampfsport-frischlinge.

zum prinzip von prügelspielen muss wohl nicht viel gesagt werden. 1 gegen 1 wird angetreten und so lange auf sich eingehauen, bis die health-leiste eine kontrahenten nichts mehr hergibt. keine tagteam-partner,zum auswechseln, keine kampfplatz-wechsel, keine waffen im eigentlichen sinn – einfach druff. wie gut und erfolgreich ihr dabei seid, kann auch die wahl eures charakters entscheiden. obwohl die ganze riege was power, geschwindigkeit und technik betrifft, extrem gut ausbalanciert sind, spielen sich die insgesamt 25 sehr verschiedenen leutchen/wesen sehr unterschiedlich. die schmächigen sind eben schneller und die breiten haben mehr bums.

um herauszufinden, welche figur euch am ehesten liegt, solltet ihr ein paar stunden in der virtuellen trainingshalle verbringen. hier könnt ihr euch hemmungslos austoben und die ganzen, teilweise komplexen bewegungsabläufe üben. das solltet ihr auch, denn nur gut getimete kombos richten richtig viel schaden an. genau die gilt es zu lernen. das ist viel arbeit, denn ihr könnt eine menge spezial-moves machen. neben dem charakterspezifischen tritten, wurfen und extra.manövern (ich sag nur „hadoken!“) gibt es nun auch eine focus-attacke. sie lässt den gegner sternchen sehen oder zu boden knallen. bis er sich wieder erholt, ist er dem anderen ausgeliefert. das kann ganz böse enden.

dazu kommen noch zwei arten der sonderattacken, die erst aufgeladen werden müssen. neuerdings befindet sich am unteren teil des bildschirms eine „super“-leiste, die sich mit jedem ausgeführten schlag füllt, und eine „ultra“- oder „revenge“-anzeige, die bei jedem eingesteckten hit nach oben geht. sind die anzeigen gefüllt, löst eine tastenkombination eine entsprechnende technik aus. dann prasselt eine schelle nach der anderen auf das bedauernswerte gegenüber ein. das zieht energie noch und nöcher ab. das kann nicht nur einen entscheidenden vorteil bringten und verleiht den matches eine gewisse spieltiefe – das sieht auch noch verdammt gut aus: wird der ultra aktiviert, zoomt die kamera raus und ihr dürft die haue in schöner 3d-grafik bewundern. das stört zwar den spielfluss etwas, ist aber wirklich stylish und passt in die gesamtaufmachung wie die faust aufs auge (haha).

von den räumlichen animationen , die bei den specials und bei der präsentation drum herum zu sehen sind, solltet ihr euch nicht täuschen lassen. das gameplay an sich ist vom 2d-vorgänger übernommen worden. es gibt keine dritte ebene zum ausweichen. das macht die action ziemlich schnell, da immer eine grunddynamik präsent ist, und den superscharfen hd-look von „sf4“ einzigartig. dazu tragen auch die echten anime-einlagen bei, die im arcade-modus auch euch warten. damit wird die geschichte der charaktere und was sie zum street fighter gemacht hat und warum sie immer weitermachen müssen, bis sie letztendlich vor dem uber-bösewicht seth stehen, der mal eben schwarze löcher mit seinem bauch und techniken assimilieren kann.

seth ist einer von einer handvoll neuzugängen, der den kader der straßenkämpfer vergrößert. dazu kommen noch die gewitzte geheimagentin c.viper, der voluminöse rufus, martial-arts-freak adel und der gelenkige mexiko-wrestler el fuerte. sie müssen allerdings erst einmal freigespielt werden. das motiviert und schraubt die spielzeit für den soloplayer hoch. da setzt man sich gerne hin und zockt arcade oder versus gegen die cpu. auch die trails, bei denen bestimmte aufgaben (kombos, techniken, challenges...) erledigt werden müssen, sind fordernd und verbinden lange fessende versuche mit lerneffekten. aber wie das so ist: einen freund oder online-herausforderer die leviten zu lesen macht dann doch mehr vergnügen. so ist es auch der multiplayer, der die prügelgemeinde noch laaange vor die konsole bannen wird. wie stark der gegner sein soll, darf im menü entschieden werden. es ist zu empfehlen, zu beginn wirklich erst einmal ganz ruhig anzufangen. der einstieg ist zwar echt simple und wird auch gelegenheitszockern durch button-mashing das ein oder andere erfolgserlebnis bringen. doch zur perfektion bringen es nur könner. durch die schlag- und kombo-möglichkeiten, die hinterander weg durchgefühlt, gecancelt, geblockt oder gekontert werden, ist es den profis vorbehalten, so richtig kontrolliert die sau rauszulassen. easy to learn, hard to master.

ein paar worte zur präsentation sind ja schon gefallen: der grafikstil ist ebenso ungewohnt wie fantastisch. mit der zeit sieht man sich etwas daran satt (das gilt vor allem bei den kombos), aber sie ist modern, sodass sie auch sf-frischlinge anspricht, aber immer noch so oldschool, sodass ein ganzer batzen nostalgie rüberkommt. sound und musik peitschen so richtig ein, wenngleich die titelmelodie sicher nicht nach jedermanns geschmack ist. manchmal haben die stücke so einen leichten 8bit-einschlag, aber das passt schon.

„street fighter 4“ hat einen eindeutigen fokus: zwei leute hauen sich bis einer nicht mehr aufsteht. das war schon immer die essenz von beat’em-ups und das wird sie auch bleiben. das spiel perfektioniert dieses system. es gibt dem spieler alles in die hand, um jeden schlagen zu können. gleichzeitig kann man auch von jedem geschlagen werden. wenn einer gewinnt, dann verdient. wer verliert, wird er seinen controller und/oder seinen charakter verfluchen – aber eigentlich war der andere einfach nur besser. ein größeres kompliment kann man einem prügler (oder einem rts) meiner meinung nach nicht machen. zu dem einfach passenden gameplay kommen optische und akustische schmankerl. die zahlreichen einstellungsmöglichkeiten im multiplayer wird dafür sorgen, dass man über teil 4 so lange im kopf behalten wird wie teil 2. weil man immer wieder die game-dvd einlegen wird. weil man sich immer wieder messen will. auch wenn die innovationen eher spärlich gesät sind. aber irgendwas muss man ja bei teil 5 noch verbessern können.

so – und jetzt schnapp ich mir dhalsim und steck ihm seine *#+=$§ yoga-flamme in seinen gummi-@“{]¶¡}≠¿≠!!!!

 

 

auch die webseite kann sich sehen lassen : http://www.streetfighter.com/