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SPIDERMAN - WEB OF SHADOWS |
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comics sind dankbare vorlagen für computerspielentwickler. alle fantasien, die sich die zeichner einfallen lassen, können in animationen umgesetzt werden. leider müssen wir zu oft „sind“ in „wären“ uns „können“ in „könnten“ umtauschen, denn bei solchen games wird die vielversprechende lizenz gerne mal verhunzt. „spiderman – web of shadows“ ist im vergleich zu den bisherigen pixel-abenteuer des superhelden recht gelungen und ein illustrer zeitvertreib. das spiel beginnt sehr intensiv: man sieht den man in blau-rot auf einem hochhausdach mitten in new york rumlaufen. er wirkt irgendwie geknickt und mit den gedanken irgendwo anders. wenige augenblicks später zieht die kamera auf und dahin ist es aus mit der ruhe. um den ganzstrumpfträger bricht gerade die hölle los. ein raumschiff kracht direkt neben ihm auf das dach, ein helicopter explodiert, polizisten baller in die luft, typen in weißen overalls sind dabei, chaos zu verbreiten. und spiderman? er geht einfach weiter und kümmert sich um nichts und niemanden. was ist da los? wir wissen es (noch) nicht. aber auf einmal rennt spidy los und springt wie ein cliffdiver in die tiefe. er haut komische gestalten von luftobjekten, drischt mit akrobatik-einlagen typen in den straßen und lässt sein netze fliegen. die sequenz ist insgesamt nicht lang, aber ein sehr geiler einstieg, der nahtlos ins tutorial übergeht. ihr lernt, wie ihr die unruhestifter mit combos im hambüchen-bodenturn-stil unschädlich macht, wie man lässig in die vertikale geht und an wänden - stehenderweise – haue verteilt und wie ihr euch durch die gebäudeschluchten von new york wie tarzan durch den schwarzwald schwingt. das alles geht überraschend leicht von der hand und die schlagkombinbationen scheinen schier endlos zu sein, weil man gegner am boden in die luft katapultieren, über den zu einem auf einem gleiter vornehmen könnt, euch dann den nächsten mit dem spinnfaden heranzuziehen und so weiter und so fort. das ist fett, zumal mit etwas übung die bewegungen sehr gekonnt und geschmeidig durchgeführt werden können. wie in die kontrollen werden wir dann auch in die story eingeführt – durch einen zeitsprung. wir werden in die jünste vergangenheit wenige tage vor den ereignissen, die mit dem abtransport mary janes endet (fieser cliffhanger, was?), versetzt. keine spur von dem chaos und statt mutierter spider-zombies müsst ihr ganz locker ein paar gangs auseinander nehmen oder zivilisten nach einem vorfall ins krankenhaus bringen. welche euch in einer kleinen landkarte angezeigte mission ihr übernehmen wollt, liegt an euch. der quest-geber, der die hauptgeschichte weiterführt, wird allerdings immer am central park auf euch warten. nehmt ihr eine mission an, sind andere gesperrt. ihr könnt dabei völlig frei durch die metropole ziehen. gta 4 lässt etwas grüßen. natürlich ist new york grafisch nicht so detailliert dargestellt, wenngleich die wichtigen ecken einen hohen wiedererkennungswert haben. doch schnell greifen aber nicht mehr nur schurken, sondern auch eigentlich unbescholtene bürger die freundliche spinne von nebenan an. schuld daran ist vanom, selbst ein symbiont, der die menschen mit anderen symbionten infiziert, was sie ziemlich aggro macht. das bekommen auch andere superschurken und -helden mit, die die gunst der stunde nutzen wollen und die unordnung zum persönlichen machtausbau nutzen bzw. spiderman helfen wollen. und so bekommt ihr es im ersten teil des games mit einigen marvel-bösewichtern wie kingpin und rhino, die durch die bank klasse gestaltet sind, zu tun. ohne zu viel zu verraten ist die auseinandersetzung mit black cat wohl am, sagen wir, intensivsten. die fights bestreitet ihr entweder als heroischer spiderman oder als black spiderman im schwarzen anzug. während der rote viel agiler ist und seine spinnereien z.b. dazu nutzt, schnell ein schild zu formen oder die gegner zu lähmen, dreh sich bei peters dunkler seite alles um kraft. seine schläge sind wirkungsvoller und er schafft es sogar, autos zu heben und gegen ziele zu werfen. die suits können mit wachsender erfahrung aufgepowert werden, wodurch angriffe und verteidigungen noch effektiver werden. ein schönes rollenspielelement. die gegner hat man im zweifel jedoch auch ohne hochgelevelte supermoves immer im griff, weil sie nicht die hellsten sind. das wechseln in den normalen kämpfen ist mit einem druck auf caps lock schnell vollzogen und wirkt sich nicht wirklich auf das weitere geschehen aus. ihr werdet jedoch auch in manchen cutscenes vor die wahl gestellt, ob ihr eine situation „nett“ und damit mit höherem aufwand oder „schnell“ als dunkler spidy meistern wollt. wenn ihr zweiteres wählt, kann es dann schon mal vorkommen, dass ihr mal infizierte menschen, die euch nerven, einfach vom skyscraper wirft. je nachdem, ob ihr das spiel eher in rot (gut) oder in schwarz (böse) bewältigt, fällt sein ende aus. klingt alles nicht schlecht. ist es auch nicht. nur einige unzulänglichkeiten stören den spielspass. ok, dass die spinnfäden, an denen peter parker schwingt, wieder einmal im himmel festgemacht zu sein scheinen, werden gamer bei spiderman-spielen wohl auch in zukunft so hinnehmen müssen. das nehmen wir jetzt einfach mal so hin. aber leider kann die grafik mit der geschwindigkeiten zeitweilig nicht mithalten. mal abgesehen davon, dass die texturen bei näherem betrachten nicht so schön modelliert sind, gibt es in der pc-version einige clipping-fehler und immer wieder poppen gebäude oder objekte wie autos auf. dabei ist auf den straßen gar nicht viel los. im gegenteil: außer den protagonisten stehen nur noch autos rum. ab und zu läuft mal einer, der nichts mit der szene zu tun hat, durchs bild. aber das wars dann schon. new york stell ich mir belebter vor. dafür ist auf erdebene recht viel zerstörbar und es macht spass, schaufenster zerbersten zu lassen und pkw in der gegend herumzuschleudern. wenns dann wieder in den clinch geht, sind zwar schöne prügelanimationen an der tagesordnung, allerdings wiederholen sie sich nach kurzer zeit genauso wie die art der missionen. etwas abwechslung wär schön gewesen, zumal die ki nur wenig abwehr und lange combos zulässt. respekt für die story, die mal ohne filmvorlage auskommt. sie hat zwar einige logikfehler, fast drückend viele gastauftritte und die idee von einer invastion von manhattan ist nicht eben neu. dennoch ist der aufbau der stetig wachsenden bedrohung gut nachvollziehbar. die atmosphäre macht nicht nur die leere etwas zunichte: spiderman hat in der deutschen syncho eine derart dünne stimmte, dass man ihm einfach nicht abnimmt, eine alienattacke abwehren zu können. im englischen original ust es nicht viel, aber zumindest etwas besser. ansonsten kann man am sound nichts aussetzen. solide effekte beim schwingen, hauen und kaputtmachen sind ebenso stimmig wie die musik, die sich dem geschehen auf dem monitor anpasst. wer peter mal so richtig in action sehen will, ist mit „spiderman – web of shadows“ sicher gut bedient. die kämpfe sind schön in szene gesetzt und der wechsel zwischen den anzügen sowie deren erweiterungsmöglichkeiten lassen spidy heftig abgehen. es hätte noch besser werden können, wenn die fehler in der ausführung konsequent ausgemerzt worden wäre und sich die entwickler mehr gedanken über mögliche missionen gemacht hätten, bis es letztendlich nach rund 10 (wenn man alle nebenmissionen macht bestimmt doppelt so viele) stunden zum ultimativen bosskampf kommt. dennoch ist der rausch der geschwindigkeit, in dem sich das alles abspielt, nicht nur für spinnen-fans ein empfehlenswertes erlebnis. zumal die pc-version mit rund 30 euro recht billig ist.
fröhliche spinnereien: http://seizecontrol.marvel.com/
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