SOUL CALIBUR IV

publisher: ubisoft

vö: 31.07.08

system: ps3 (test), xbox360

wertung: 9.3


   

beat'em-ups sind was tolles. hat man mal nur wenige minuten zeit und will etwas fingersport betreiben, schmeißt man die konsole an und zockt ein paar runden. wahrscheinlich findet deswegen bei mit auch „tekken tag“ seit jahren immer wieder den weg in die playsi. außerdem sind sie oft für jeden leicht zugänglich und fordern erst, wenn ein spieler wirklich länger am pad sitzt (es sei denn, die heißen „virtual figter“). aber nicht nur, weil „soul calibur 4“ diese easy-to-learn-hard-to-master-maxime eindrucksvoll umsetzt, ist es ein exzellenter prügelspass.

die spiele-disc eingelegt, die ersten animationen ablaufen lassen und schon war es da – das soul-calibur-feeling. intuitiv wähle ich in den optionen die installationsroutine. dabei werden zwar 2,6 gigs meiner 40 gb-platte belegt, aber es lohnt sich wohl: berichten zufolge dauert es 10 bis 15 sekunden, bis ein duell geladen ist. mit der teilinstallation entfällt diese warterei fast gänzlich. das opfern des speichers lohnt sich für vielspieler auf jeden fall. vielspieler, wie ich einer geworden bin.

es ist nun nicht die story um die magischen schwerter, mit denen das eigene schicksal und sogar das der ganzen welt besiegelt wird. hallo – es ist ein beat’em-up. da ist es mal ganz ok, sich übern den background der schlachten mit bekannten charakteren wie voldo, kilik und raphael zu informieren. aber am 2. tag, an dem ihr das spiel besitzt, ist das dann schon egal. genauso egal, wie die sehr, sagen wir, phantasievoll eingeführten und inzwischen schon traditionell wechselnden gastkämpfer: ps3-besitzer dürfen mit darth „lichtschwertdude“ vader und 360er mit „hauen der zwerg kann“ yoda in die arena. und noch einer aus dem star wars universium ist dabei: der schüler vaders, den ihr in „the force unleashed“ spielen können, hat hier seinen ersten großen auftritt.

den müsst ihr allerdings, wie einige andere der insgesamt über 30 kunstvoll und mit viel liebe zum detail gestalteten figuren erst freispielen. das funktioniert durch die erfolgreiche teilnahme an den zahlreichen turnieren oder dem durchzocken des story-modus jedes einzelnen fighters. dabei bekommt jeder charakter einen einstiegsprolog spendiert und kann während der kurzen fünf kapitel durch freigespielte rüstungen, waffen, etc. aufgewertet werden. zusammen mit den unverwechselbaren kerlen und den von der natur gesegneten amazonen sie sind es, durch die sich die „soul calibur“-teil von den anderen pixel-hauereien unterscheiden.

noch mehr glitzernde klingen und stählerne körperschilde könnt ihr euch im schicksalsturm abziehen. ähnlich wie im früheren waffenmeistermodus gibt es außer den schätzen gold zu holen, mit dem sich die gigantische menge an boni (arenen, techniken, ...) erkaufen lassen. allerdings lässt sich der turm nicht nur erklimmen: im "abwärts modus" gilt es, soweit wie möglich nach unten gelangen, ohne seine avatare, von denen ihr im schicksalturm jeweils tag-team-mäßig zwei auswählen dürft, das zeitliche segnen zu lassen. also eine innovative variante des survival mode.

die auffallenste neuerung liegt im gameplay. klar ist der gegner immer dann geschlagen, wenn die powerleiste leer ist oder der feind aus dem ring befördert wurde (aufgrund größer anmutenden areale fällt das übrigens schwerer als sonst). aber kämpfer, die sich auf ihre verteidigung verlassen und nur sporadisch attackieren, wird der neue critical ko so gar nicht gefallen: in dem moment, in dem die seelenleiste rot blinkt, gilt es, auf die deckung von eurem gegenüber draufhauen. nach einigen schlägen wird dann das cover oder das mattierte rüstungsteil gebrochen. es gib einen knall und der gegner erstarrt förmlich. in dieser einen sekunde müsst ihr l1 drücken und euer charakter führt einen fatalen schlag durch. sehr stylisch und eine sehr gute idee, um allzu vorsichtige zeitgenossen aus der reserve zu locken. auch sonst ist das repertoire der spzialangriffe, combos und counter-möglichkeit bis zum rand gefüllt. wer sie beherrscht und dementsprechend viel trainiert, schafft den übergang vom botton-mashing (das durchaus funktionieren kann) zum durchdachten verteidigungs- und angriffsspiel.

das alleine wird schon eine ganze weile dauern und die langzeitmotivation entsprechend nach oben schrauben. doch dann könnt ihr euch noch mit eurem kumpel neben euch oder prügelknaben aus der ganzen welt hauen. der online-modus ist sehr gut gelungen. es macht laune, sich im rang-system nach oben zu kämpfen und sich zu behaupten. teilweise muss man etwas lange auf einen gegner warten oder es gibt leichte verbindungsschwierigkeiten, aber die entwickler haben mit den ersten patches bereits nachgebessert. um euch von den anderen sc4-zockern abzugrenzen, könnt ihr im kämpfereditor aus den in massen vorhandenen rüstungs-, waffen- und kleidungselementen eure eigene figuren mit den fähigkeiten, die auf einem der bestehenden festen charaktere basieren, arrangieren. wer will darf sogar mit einem döner-spieß antreten.

egal, wie ihr euren selbst gebastelten oder vorgefertigen fighter ausstattet: er wird immer fantastisch aussehen! es glänzt, blitzt und funkelt an allen ecken und enden, dass es nur so eine freude ist, den kämpfen zuzuschauen. die outfits sehen bei 720p ruckelfrei ebenso geschmeidig aus, wie die bewegungsabläufe der protagonisten. vor lauter action übersieht man gerne die (teilweise zerstörbaren) plätze, auf denen die duelle ausgetragen werden. auf dem schiff etwa ist der lichtfall perfekt und schaut bei den spiegelungen auf den einfach super aus. es gibt jedoch auch düstere levels, bei denen die shadermodelle sehr unrealistisch. jammern auf hohem niveau, stören tuts nicht wirklich. die musik peitscht einem voran und untermalt alle kämpfe(r) mit heroischen klängen. der sound der klirrenden klingen, der einschlagenden treffer und der blocks tun ihr übriges. nur die sprüche vor den kloppereien und die der klopper sind etwas begrenzt.

falls es noch nicht deutlich wurde: „soul calibur 4“ ist die neue referenz im beat’em-up-bereich. glänzende optik, tolle akustik, forderndes, aber leicht zugängliches gameplay, das jeden über lange zeit spaß machen wird. die figuren und ihre fähigkeiten sind sehr gut ausbalanciert. selbst die staar-wars-crew, die ihre macht einsetzen können, werden durch schwereren steuerungen nicht zu über-charakteren. lediglich der storymodus hätte etwas umfangreicher ausfallen können, dafür rockt der multiplayer mit euren eigenen avataren richtig. bleibt abzuwarten, was die neuen „street fighter“- und „tekken“-teile bringen. für den titel als branchenprimus werden jedenfalls einiges auf den bildschirm zaubern müssen.

welche seelen-farbe darfs denn sein? http://soulcalibur.de.ubi.com


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