SILENT HILL ORIGINS

publisher: konami

vö: 15.05.08

system: ps2

wertung: 7.9


   

travis ist ein netter. folglich bremst er auch artig, als er eine gestalt auf der strasse liegen sieht. als die plötzlich weg ist und dafür ein mädchen auftaucht, das vor ihm abhaut, rennt er hinterher. das hätte er mal lieber gelassen, denn seine suche führt ihn in ein kleines kaff namens silent hill.

angesiedelt als prequel, erzählt die geschichte in „origins“, wie der ständig benebelte kurort zum inbegriff des survival-horrors werden konnte und selbst nicht-gamern vielleicht schon einmal untergekommen ist. und die story fackelt nicht lange: die aus nebelwand, unnachahmlichen soundtrack und unerwarteten kamerapositionen gebastelte, bekannt dichte atmosphäre ist sofort da. und genauso schnell ladet der im ersten szenario, einem brennenden haus, das als tutorial fungiert und einen kleinen vorgeschmack auf das kommende grauen gibt.

denn mutig wie pixelhelden nun mal sind stürzt ihr euch rein und sucht nach leuten, die gerettet werden wollen. und prompt findet ihr ein anderes (?) mädchen, dass neben kerzen und in einem pentagramm liegt. außerdem will/soll sie gar nicht gerettet werden. zumindest wird euch das gesagt. ist euch aber egal, schließlich seit ihr ein mitführender mensch. mit dem kind im arm stürmt ihr raus und verliert draussen das bewusstsein. als ihr wieder zu euch kommt, wollt ihr euch im krankenhaus, in dem die kleine von irgendjemanden bestimmt hingebracht wurde, umsehen und ihr einen besuch abstatten. damit beginnt die eigentlich fahrt in der geisterbahn, denn nach einer attacke einer ziemlich kaputt aussehenden krankenschwester wird klar, dass in dem hospital (und wie sich später herausstellen wird: in den ganzen örtchen) einiges so gar nicht mit rechten dingen zugeht.

mehr wird von der story an sich nicht verraten, aber dass travis auf seiner suche nach dem mädchen und dem geheimnis hinter dem städtchen einige schräge gestalten entgegenkommen, muss wohl nicht extra erwähnt werden. spätestens wenn sich die ansicht so verändert, dass sie aussieht, als stamme sie von einem alten schwarz/weiß-film und dazu noch euer radio seltsame gräusche von sich gibt, könnt ihr euch sicher sein: jetzt kommt gleich wieder was skurril-schauriges um die ecke, die euch um selbige bringen will. aber der trucker ist nicht der schlechteste im nahkampf. und damit ist nicht ein schlagfertiger umgang mit den fäusten gemeint. der trucker kann so ziemlich alles aufnehmen, was nicht an den tisch genagelt ist und den bösen an den kopf knallen. tragbare fernseher, toaster und skalpelle werden waffen, die nur angewandt werden können, wenn man direkt vor den zombies steht, aber sie helfen, ihnen auch schnell den garaus zu machen. einfach mitnehmen und bei bedarf aus dem inventory holen. klar gibt’s auch was zum ballern, aber es mangelt wie immer an muni. deswegen sollten die geschosse für die großen bosse gespart werden.

wenn das mit dem garaus nicht klappt und ein untoter bekommt euch in die finger, habt ihr ein problem. früher oder später kommt dann zumindest von den größeren hirntoten eine spezial-attacke. sitzt die, wird’s schmerzhaft. abgewehrt werden kann sie nur, wenn ihr in einem quicktime-event die taste drückt, die euch beim griff der zombies angezeigt wird. da man doch leicht hecktisch wird, wenn man mal in die klauen des grauens gelangt, ist das nicht immer einfach, aber im großen und ganzen machbar. alternativ könnt ihr häufig einfach wegrennen, die kleinen biester respawnen eh.

neben dem kampf ums nackte überleben gilt es, rätsel zu lösen, die euch auf eurem quest weiterbringt. mal puzzles, mal verschlüsselte nachrichten gilt es zu entschlüsseln. da muss man manchmal schon sehr weit denken um weiter zukommen, unlösbar sind aber auch sie nicht. ist dann echt mal ebbe, gibt es immer noch die möglichkeit, in die dimenson der zombies zu wechseln. jeder spiegel, den travis berühren kann, kann er als eine tür zur hölle (und wieder raus) nutzen. in der dimension ist es noch grusliger und blutiger, aber manchmal führt kein weg dran vorbei, weil etwa lösungen für rätsel oder durchgänge nur in dem paralleluniversum nur dort auszumachen sind. da bringt einen twist in die story und eröffnet neue wege.

die grafik ist - im zeitalter der nex-gen-konsolen - nicht berauschend, aber auf jeden fall ok. viel sehen tut man oft eh nicht, weil nur die eigene taschenlampe einen lichtkegel macht, der in düsteren gemäuern etwas erkenn lässt. die texturen, vor allem die einiger monster, sehen richtig fesch aus. manche dagegen eher mau. für psp-verhältnisse, von denen das original zu dieser umsetzung stammt, ist sie insgesamt trotzdem zumindest ok. und trauern über die augenschmaus-freien stellen muss man sowieso nicht, denn grusel-games ziehen ihren schrecken nicht (unbedingt) aus den möderanimationen, sondern aus der angst, was hinter der nächsten ecken sein könnte. und damit man das nicht durch kamerschwenks oder so zu sehen bekommt, sind wie branchenüblich die kamerablickwinkel fest und vorgegeben. dadurch geht, ebenfalls wie branchenüblich, die übersicht etwas flöten, aber spannung muss eben erzeugt werden und sowas ist ein probates mittel. die musik tut außerdem ihr übrigs zum intensiven spielerlebnis. die von altmeister akira yamaoka programmierten klänge gibt zu jeder zeit die morbide, geladene stimmung der situationen wieder. vor allem die tracks mit gesang (wie ganz am anfang) gehen in mark und bein.

spielern mit starken nerven sollte „silent hill origins“ auf jeden fall zur geisterstunde und mit kopfhörern zocken. so machen die survival-horrors einfach am meisten spass. viel länger als drei nächte werdet ihr aber nicht brauchen, um als travis den anfang des silent hill-mythos erleben zu lassen. schade eigentlich, aber ein grund, direkt danach mal wieder zum ersten silent hill zu greifen, denn so manche begegnung wird einem dann in einem anderen licht erscheinen. jedenfalls ist die etws kurze spielzeit ein großes manko, dass allerdings durch die atmo mit passender psycho-story, sound und animationen wett gemacht wird. für liebhaber des genres – sofern sie nicht schon die psp-version haben – ein spiel, das in ihrer sammlung nicht fehlen sollte. kein wunder, dass das ding auf der psp so gefeiert wurde.

mehr schaurig-schönes material unter: www.silenthillorigins.com


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