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SACRED 2 - FALLEN ANGEL

pusbisher: koch media

vö: 02.10.08

systeme: pc (getestet), xbox360, ps3 (ab 13.02.09)

wertung: 7.7 von 10


   

oh ja, das hacken und schlachten in „scared“ hat spass gemacht. ich erinnere mich an stundenlanges maus-button-prügeln unter dem motto „nur noch diese eine quest“ und auch noch an diskussionen mit meinem ehemaligen kollegen carsten konze. vor den giga-green-sendungen (mögen sie in frieden ruhen) wurde über den multiplayer gequatscht und welche lustigen situationen es hervorgerufen hat, wenn die mitglieder einer party mit verschiedenen auflösungen durch die landschaft joggten. aber genug in der vergangenheit geschwärmt! viereinhalb jahre nach dem erscheinen des wohl erfolgreichsten hack’n’slays aus deutschen landen steht nämlich der nachfolger in den läden. und der hat das zeug, euch noch länger am monitor zu halten.

das szenario spiel 2000 jahre vor teil 1 in der fantastischen welt von ancaria, sie ist in elf regionen aufgeteilt, in der sich viele verscheidene völker angesiedelt haben. deren lebensraum unterscheidet sich durch die dort vorhandenen bauten, klima und sogar solchen kleinigkeiten wie das essen, das auf den tischen liegt. von diesen vielen rassen sind sechs spielbar genauer gesagt jeweils ein vertreter von ihnen. und so ist die erste frage, die sich euch stellt: welcher charakter darfs denn sein? die sechs sind natürlich von grund auf verscheiden. jeder hat seine eigenen items, seine eigene ausstattung und seine eigenen fähigkeiten. die einzige bekannte klasse ist die seraphim, die kämpfenden engel. dazu kommen jetzt die zaubernden hochelfen, die untoten schattenkrieger, die fernkampferprobten duiadinnen, die technoiden tempelwächter und die oberbösen inquisitoren.

der kampf zwischen den serphimen und den inquisitoren bildet die geschichte um den singleplayer. ein über-geschöpf hat freude daran, planeten zu besiedeln. den dortigen rassen stellt es dafür die sogenannte t-energie zur verfügung. das ist so was wie mit uran angereichertes erdöl, also zum erzeugen von energie jedweder art hervorragend geeignet. normalerweise verwalten es die seraphim, aber die dachten, dass die hochelfen in ankaria das auch könnten. die große maschine, die den lebensbringenden stoff fördert, warten sie aber nicht regelmäßig. dummerweise geht die maschine dann eines tages kaputt, der fluss der glückbringenden materie gestört und sie droht, die spielwelt für immer zu vergiften. nun soll die seraphim auf der lichtseite ihren schaden wieder gut machen und die maschine zu reparieren - wie es sich für jemanden auf der guten seite gehört. die inquisitoren dagegen, die als wesen der schattenwelt egoistisch und nach macht strebend, wollen die t-energie alleine kontrollieren und die welt so in ihre hände bekommen. je nachdem, ob ihr die licht- oder die schattenkampgne auswählt, gilt es nun, durch das abarbeiten der hauptquests die t-energie wieder in die gewohnten bahnen zu lenken, damit die welt wieder strahlt, oder ihre quellen zu besetzen, damit alle wesen zu euch gekrochen kommen, um es weiter nutzen zu dürfen.

als vertreter der konkurrierenden rassen ist euer weg vorgegeben: die seraphim kann nur „gute“ zauber (heilen, geister vertreben) und der inquisitor nur „böse“ (seelen verwirren, flüche). alle anderen vier charaktere können beide verwenden, müssen sich aber entscheiden, für welche seite sie kämpfen wollen. außerdem liegt es an euch, festzulegen, welche gottheiten euer mini-me anbeten sollen. die geben dann schon mal extra-quests und sonder-items raus. die helfen dann auch beim aufleveln. das hilft beim, mit monstern und anderen gegnern gespickten zug durch ancaria. und ihr werdet laaaange ziehen. die welt, die ihr bereisen könnt, soll 15 quadratkilometer groß sein. dazu kommen noch zahlreiche dungeons mit verschiedenen ebenen. wer mit allen sechs charaktern alles sehen, begehen und jede quest machen will, wird mehrere hundert stunden brauchen. schnappt ihr euch ein reittier, wird’s etwas schneller gehen und natürlich sind auch wieder diverse portale mit von der partie.

bei euren reisen werdet ihr bewaffneten auseinandersetzungen nicht aus dem weg gehen können. wär ja auch blöd für ein action-rpg. um euch der horden von angreifern erwehren zu können, stehen jeder klasse, wie angedeutet, die verschiedensten waffen und rüstungen zur verfügung. die einen ziehen mit dem schwert in den nahkampf, die anderen schießen feinde mit lasern (!) ab. aber oft sind die zauber am effektivsten. dabei ist das durchaus innovative spell-system etwas geändert worden. jeder charakter hat jetzt drei aspekte der magie, die wesentlich für seine weiterentwickung sind. will man beispielsweise das feuer beherrschen, wird dies als eigener aspekt angelegt, der mit dem sammeln von erfahrung hochskillen kann. dazu gehört dann etwa das festlegen, ob ein feuerschaden nur auf eine der in massen vorhandenen kreatur mit wucht trifft, oder ob der schaden zwar etwas kleiner, aber dafür flächendeckend sein soll. fern-, nah- und magie-attacken können auch in einer combo zusammengepackt werden. ist ein bildschirm von den lästigen gesoxe befreit, geht es ans looten. gut, dass mit einem druck auf „a“ (oder wars „m“?) euren pixelkumpanen alle fallengelassenen items von alleine einsammeln lässt. unter den drops ist viel müll, aber dank des selbstordnenden und übersichtlichen inventars könnt ihr schnell ausmachen, was nützlich ist, was verkauft werden will und was wieder weggeworfen werden sollte.

beim starten des spiels wird automatisch ein multiplayer-server aufgemacht - auch, wenn ihr eigentlich single spielt. damit könnt ihr immer sofort mit befreundeten spielern chatten und sie zur not auch mit in euer szenario holen, solltet ihr mal nicht mehr weiterkommen. dann wird einfach im coop-modus weitergemacht. maximal könnt ihr so 15 zocker an eure seite holen. ziemlich krass eigentlich. daneben gibt es online noch die möglichkeit, pvp-server zu besuchen, wo sich die gamer gegenseitig auf die mütze hauen, und den hardcore-modus, bei dem ein, in einer karte getöteter charakter tatsächlich weg vom fenster ist. momentan ist das alles noch recht verbuggt. aber die ersten patches sind schon draußen und in kurzer zeit wird der multiplayer hoffentlich auch stabil laufen.

die engine macht einiges her. es gibt keine 3d-effekte in einer 2d-welt mehr – alles ist in 3d gehalten. alle ecken und enden lassen die liebe zum detail erkennen. der bekannte tag- und nacht-wechsel sieht aufgrund der wandernden schatten und der netten farbübergänge auch um einiges besser aus. die npcs haben tagesabläufe, stehen nicht nur rum, sondern gehen arbeiten und in die schenke. dazu gibt es ein wettersystem, das auf die umgebung einwirkt (tropfen machen ringe im wasser, wind bewegt lose dinge). die sehenswerten grafiken und animationen haben ihren preis, denn die systemanforderungen der pc-version haben sich gewaschen. sind die komponenten älter als ein halbes jahr, wird’s schon brenzlig. haben sie 2 jahre oder mehr auf dem buckel ist sowas ähnliches wie spielen nur auf nierdigster dateilstufe möglich, oder imit den besonderen, für laptops konzipierten einstellungen. beim sound gibt es jedoch eigentlich nichts zu mäkeln. die sprüche der figuren gehen manchmal auf den geist, weil sie lustig gemeint, aber nicht lustig sind. dennoch wird euch der ein oder andere satz ein lächeln auf die lippen zaubern (denkt an mich, wenn ihr „das alles ohne linux" hört). und auch die berühmten synchronstimmen lassen über den ein oder anderen lahmen gag hinwegsehen. der soundtrack jedenfalls ist zu jeder zeit stimmig und passt zur atmosphäre. zur zeit nerven manchmal auftretende soundloops leider noch.

sowieso leidet die pc-version von „sacred 2: fallen angel“ doch sehr an ihren kinderkrankheiten. die bislang herausgebrachten patches konnten grafik-, sound- und online-probleme noch nicht vollständig abstellen. wenn aber mal alles läuft, wird sich „diabolo 3“ schon anstrengen müssen, um das werk aus heimischen gefilden austrumphen zu können. das spielsystem ist komplex und für hack’n’slay-einsteiger sich auch zuweilen umständlich, profis werden ihren spass an den schier unendlichen möglichkeiten haben, sich ihrer feinde zu entledigen.

 

mehr infos, bilder - und patches ;) : http://www.sacred2.com/de.html