OFF ROAD

publisher: dtp entertainment

vö: 22.08.08

system: wii (getestet), ps2, psp, pc

wertung: 7.3


   

um mal ein bisschen aus dem nähkästchen zu plaudern: wii-spiele teste ich nicht bei mir zu hause, sondern bei meinem schwager. der ist hardware-technisch voll ausgestattet, sein 104-cm-hitech-fernseher zaubert brilliante bilder und er hat schon das ein oder andere spiel im schrank. warum ich euch sachen erzähle, die euch sehr weit am hintern vorbei gehen wird? seine reaktion nach dem ersten einlegen des mini-silberlings, auf dem die wii-games gebrannt werden, fand ich bemerkenswert. „hey, gar keine schlechte grafik“. das will schon was heißen. und wer bin ich, dem meister zu widersprechen. aber etwas detaillierter darf man sich „off raod“ schon nähern, zumal die optik bei racern ja nun wirklich nicht alles ist.

draußen wird’s schon wieder schön matschig und fast jeder ausflug, der nicht nur über asphaltierte wege führt, muss unweigerlich in der waschstraße enden, wenn die karre auch danach noch gut aussehen soll – es sei denn ihr schnappt euch eine der 18 virtuellen und lizenzierten ford- und (zum ersten mal in der ford-rennspielserie auch) land-rover- 4-wheeler. dann dürft ihr auf 24 sand-, eis- und aquaplaning-strecken so viel sauerei machen, wie ihr wollt. und saubermachen müsst ihr auch nichts danach. vielleicht die üblichen ich-spiel-wii-und-hab-was-umgehauen-flecken.

soviel zu den basics. jetzt mal die konsole angemacht. es begrüßen uns vier spielmodi. wer gleich mal eine runde drehen will, geht ins „schnelle rennen“. ihr bekommt alles vor die nase gesetzt. auto, strecke, wetter. da geht es auch, in racern nicht weiter verwunderlich, nur darum, sich gegen den rest durchzusetzen. gar nicht schlecht, um sich mal mit den schweren boliden und deren steuerung anzufreunden. und gleich mal was positives, denn ihr könnt wahlweise mit dem controller oder dem, mit mario kart eingeführten lenkrad manövrieren. die reaktionszeit über das plastikrad ist zwar gut, aber die umsetzung der bewegung kann gar nicht 1:1 zu den ps-monstern übertragen werden. dreht ihr das rad schnell, wird es trotzdem (wie in echt) kurz dauern, bis die räder eingeschlagen. daran muss man sich gewöhnen, aber es ist nicht leicht. deswegen empfehle ich anfängern zunächst die wiimote,

zurück zu den modi: „arcade“ ähnelt dem schnellen spiel. der unterschied liegt darin, dass ihr vor dem rennen alles selbst auswählen könnt – inklusive die stärke eurer konkurrenten. das erlernte feinzujustieren fällt mit den entsprechenden einstellungen hier leicht. der „turnier“-modus bietet euch verschieden meisterschaften an, in denen ihr rennserien unter jeweils unterschiedlichen gegebenheiten und wettkampfbedingungen absolvieren müsst.

und dann haben wir da noch den karrieremodus, der euch zu einem richtigen allrounder trainiert. statt nur immer von start bis ziel zu düsten, wollen 12 weitere rennmodi wie zeitfahren, slalom, zeitfahren und checkpoint-rennen bewältigt werden. kennt man irgendwie, war aber auch irgendwie zumindest teilweise schon lang nicht mehr da. nicht üblich für gelände-racer und deswegen erwähnenswert sind die verstecken schleichwege unterwegs. abkürzungen und alternative routen helfen euch, entscheidende sekunden herauszufahren. so was kennt man eigentlich mehr von action-rennern a la „burnout“. die verschiedenen events eignen sich hervorragend dazu, weitere herausforderungen freizuspielen. außerdem könnt ihr, wie in den anderen modi auch, preisgelder abzusahnen. mit ihnen könnt ihr neue autos, extras und reparaturen kaufen.

die grafik für wii-verhältnisse wirklich nicht schlecht. keine comic-einlagen, dafür jedoch ein paar ecken und kanten, wo bei anderen konsolen rundungen und höher auflösende darstellungen sind. dennoch kann sich die landschaft, die ihr in den gänigen kameraeinstellung vom cockpit oder hinter dem auto zu sehen bekommt, sehen lassen, die wettereffekte sorgen unterwegs für dynamik und die modelle und detailtexturen der wagen sind gelungen. dass lediglich wüste, eis und wasser als elemente in die strecken eingearbeitet sind, bedeutet zwar ein mangel an abwechslung, hat allerdings auch nichts der grafik zu tun, ebenso wenig mit dem sound. der ist eigentlich nicht so der renner, die mototren klingen etwas blechern und bei einer kollision mit gegnern macht es irgendwie lieblos boom. das macht nur bedingt etwas, denn wer den soundtrack laufen hat, bekommt ohnehin nicht viel von den geräuschen mit. der rockt – im menü wie im spiel. weniger rockig der multiplayer: nur offline-wettstreits sind möglich. ihr dürft aber auf der couch im splitscreen gegen kumpels antreten. und damit es nicht nur ein duell wird, werden die anderen mitfahrer von der ki besetzt.

die computerrivalen sind zwar nicht die dümmsten, fahren aber gerne ihre linie durch. werden die abgedotzt, rammen sie relativ kompromisslos drauf los. und das passiert eigentlich immer. wieder ein element, das mehr an action-racer erinnert, als an ein spiel, dass wortwörtlich über stock und stein geht. dafür sieht man dort nur selten möglichkeiten, sein auto in der heimischen garage oder unterwegs zu reparieren. es gibt, wie das bei lizenzspielen so ist, kein richtiges schadensmodell, aber kontakte mit geländewagen oder der, noch einmal, schön animierten landschaft wirken sich negativ auf das fahrverhalten aus. deswegen macht es sinn, den schadenswert nierig zu halten. entweder durch reparaturen zwischen den rennen oder auf der strecke. unterwegs liegen kits herum, die aufgesammelt werden können und sofort den level der beschädigung nach unten schrauben. so macht man das eben, wenn pkws offiziell keinen kratzer haben dürfen.

insgesamt ist „off road“ nicht der king of the streets, aber es macht spass. es ist eine mischung aus gelände- und action-racer geworden, dass einige elemente der genres verbindet. realismus-fetischisten werden also, schon allein wegen der komischen reparatur-kits, nicht auf ihre kosten kommen. zocker, die es gerne rabiater mögen, ihrer wii schöne grafiken gönnen möchten und dank der herausfordernden, aber gelungenen steuerung vollgas durch die pampa düsen und driften wollen, dagegen schon. für kleine runden und splitscreen-matches zwischendurch ist es sehr gut geeignet. schade, dass ein online-modus nicht integriert wurde.

der name der seite zum spiel sagt alles: http://www.icewaterdesert.com/de/




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