DIE MUMIE - DAS GRABMAL DES DRACHENKÖNIGS

publisher: vivendi games

vö: 01.08.08

system: ps2 (getestet), wii, nds

wertung: 6.8


   

in letzter zeit sind einige versoftungen von filmen dem ruf, den solche spiele genießen, nicht nachgekommen. normalerweise winkt der gamer bei blockbuster-umsetzungen immer gerne ab, weil sie einfach schlecht sind. doch „kung fu panda“ oder der neuste „narnia“-teil zeigten, dass es durchaus möglich zu sein scheint, gelungene umsetzungen zu programmieren. die spielbare variante von „die mumie – das grabmal des drachenkaisers“ kann da nicht ganz mithalten, wenngleich es sich als „tomb raider“-adaption gar nicht schlecht schlägt.

erstmal die basics und damit zur story, die – naturgemäß - der des films entspricht: der junge alex o'donell eifert seinen eltern nach und ist ebenfalls auf der suche nach geheimen schatzkammern und entlegenen gräbern. dabei entdeckt er das grab des brutalsten kaisers aller zeiten, kaiser han. durch ein komplott und magie wird der fiesling wieder zum leben erweckt und alex muss mit hilfe seiner freundin in spe und seiner familie die untote gestalt des drachenkaisers aufhalten. euch obliegt es nun, in der haut von papa rick, dem heranwachsenden haudegen, und der im laufe der ereignisse als han/china/kampfkunst-expertin eingeführte zi juan gegen den neu erstarkten diktator und seine schergen wieder dahin zu schicken, von wo sie kamen – unter die erde chinas nämlich.

von der vorlage bekommt ihr relativ viel zu sehen, denn es sind einige ausschnitte in die handlung eingebaut. das treibt nicht nur die handlung voran, vielmehr sorgt es auch dafür, dass der zuweilen wirklich amüsante humor der „mumie“-reihe integriert wurde. gute sache das, allerdings gibt’s manchmal nur comic-einlagen und ingame-animationen mit untertiteln zu bewundern, die die recht wirr erzählte storyline voranbringen wollen. wo sie endet, könnt ihr euch in etwa ausmalen. und auch, dass es bis dahin einiges zu tun gibt.

die suche nach diversen archäologischen schätzen und nach dem erstaunlich gut aussehenden doch-nicht-toten ist gespickt mit rätseln, die gelöst, klettereinlagen, die überwindet, und feinden, die verdroschen werden wollen. wie in tomb raider wird gehüpft, getüftelt und geprügelt – aber vergleichsweise weniger geschossen. eure charaktere hauen lieber zu, als blei sprechen zu lassen. und obwohl sie sich von der physis deutlich unterscheiden, richtet jeder bei seinen schlägen praktisch den gleichen schaden an. lediglich die animationen sind andere.

wenn ihr, egal mit wem, einen raum betretet, der irgendwie verdächtig leer ist, dürft ihr regelmäßig eure skills im button-drücken beweisen. oft dauern diese passagen auffällig lange und öden dann doch nicht zuletzt durch die sich kaum wehrende ki zuweilen an, aber es gibt einige kombos zu entdecken, die das leben als held erleichtern. dass eure figur sich dann auch noch in die richtung des nächsten gegners wendet und die automatische zielerfassung der fernwaffen ganz gut funktioniert, hilft zudem etwas.

nach einigem fluchen über die schlechte kamera, die euch auch schon mal hinter säulen verschwinden und den überblick verlieren lässt, sind dann alle weg. dann muss wieder geklettert und gehüpft und sich wieder an einfachen schalterrätsel versucht und gerannt und das richtige timing für die überwindung sich bewegender hindernisse ausgemacht werden – bis zum nächsten raum. die sprung- und denkeinlagen beregen hin und wieder kleine überraschungen. da wird schon mal der einsatz der analog-sticks gefordert, um ein ziehen durch beide hände oder das greifen eines maschinengewehrs zu simulieren. das bringt abwechslung. doch irgendwann steht man wieder in einem saal und klopperei wieder von vorne los. der einzige grund, sich der heerscharen doch wieder möglichst gut und stylisch zu erwehren, sind die freispielbaren extra-items. außerdem verbessern sich eure waffen mit der zeit.

die weiten oder oben offenen areale der sechs recht kurzen kapitel, die auch unter anderem in chinesische grabmäler und das himalaya-gebirge führen, sind echt nett designt. das licht ist in den vorgegebenen wegen oft sehr gut gesetzt, die texturen sind ausgearbeitet und landschaftseffekte verfehlen ihr ziel nicht, sodass schätzsucher-atmosphäre aufkommt. schade ist allerdings, dass sich die detailarmen höhlen und gänge nach schema f wiederholt. das und der ein oder andere (lustige) clipping-fehler hinterlassen bei der sonst wirklich ansehnlichen ps2-grafik einen faden beigeschmack. dafür ist am sound nichts auszusetzen. kein wunder: die original-filmmusik und die stimmen der schauspieler sind zu hören. da ist es kein nachteil, dass die mimen nicht synchronisiert, sondern lediglich deutsch untertitel wurden.

„die mumie – das grabmal des drachenkönigs“ ist, wie ihr dem geschriebenen sicher entnehmen konntet, schon deutlich an titel wie „tomb raider“ „prince of persia“, „god of war“ und „uncharted“ angelehnt. da stellt man sich schon fast unfreiwillig die frage, ob die entwickler zu wenig zeit hatten, um eine eigene spielidee zu entwickeln. aber hey: sind die genannten games etwa schlecht? im gegensatz zu dem abenteuer von brandan fraser und co. sind die levels jedoch nicht so monoton aufgebaut, die kameraführung ist besser, sie sind fordernder und schlüssiger, denn für jemanden, der den film nicht kennt, wird bei der sprunghaft erzählten handlung seine probleme haben. dafür punktet die ps2-version mit amüsanten passagen, einer oft gelungenen optik und einem soliden gameplay. nur schade, dass es zu wenig dieser abwechslungsreichen passagen gibt, bei denen man auf dem normalen lauf-spring-hau-alltag herausgerissen wird und das spiel interessanter machen. es gibt bessere action-adventures, aber freunde des genres dürfen nicht zuletzt wegen des niedrigen preisen einen blick darauf wagen.

macht was her, die seite zum spiel: http://mummyvideogame.com/de


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