MORTAL KOMBAT VS. DC UNIVERSE

pusbisher: midway

vö: 21.11.08

system: ps3 (test), xbox 360

wertung: 8.0 von 10


   

die „mortal kombat“-reihe ist vor allem für zwei sachen bekannt: das blut beim hauen und die finisher. da geht schon mal ein körper in flammen auf und fliegen schon mal die knochen in der gegend rum. das hat bei früheren teilen für behördliches aufsehen gesorgt. doch bei „mortal kombat vs. dc universe“ ist vieles anders. die ganz harten szenen wurden weggelassen, dafür kampfelemente eingebaut – und dann gibt es da noch die charaktere, die man sich so gar nicht als gegner von raiden und co. vorstellen konnte.

die teils ziemlich abgedrehten figuren, die sich im mortal kombat die köppe einschlagen, treffen auf die bekannt(est)en vertreter der dc-comicwelt. wie es zu diesem außergewöhnlichen zusammentreffen kommen konnte, erklärt der stroy-modus. in sieben kapiteln wird erzählt, wie etwas/jemand beide universen miteinander verschmelzen lässt und dabei die wut der kämpfer auf die jeweils andere partei immer weiter wachsen. ihr hass auf die neuen rivalen, die sich die missere gegenseitig in die schuhe schieben, vereinigt die guten und die bösen sowohl auf der mk- als auch auf der dc-seite. so versuchen 10 mk-recken und 10 dc-helden in der hoffnung auszuschalten, durch das vermöbeln und vertreiben der opposition die auslöschung ihrer welt verhindern zu können – bis zu dem zeitpunkt, an dem klar wird, wer oder was hinter der intergalaktischen fusion steckt und die ultimative konfrontation ansteht. die etwas banal wirkende, aber schön in langen (wenn auch nicht wegdrückbaren) cutscenes präsentierte story kann aus der sicht der mk-crew oder der dc-heroen durchgezockt werden. während der 27 duelle pro seite werdet ihr verschiedene fighter spielen, die natürlich verschiedene moves drauf haben.

spätestens dann, wenn ihr beide enden gesehen habt, wird der arcade-modus interessant. da gibt’s beat’m-up-action pur. jeder gegen jeden, egal welche fraktion. sind nach durchzockter story alle charaktere freigespielt, habt ihr 22 zur auswahl. dann gilt es, sich gegen 10 protagonisten zu beweisen. aus welcher riege die sein sollen, bestimmt ihr. sind die geschlagen (haha wortspiel), bekommt ihr eine, auf euren charakter abgestimmte schlusssequenz zu sehen.

wer oft scheitert, sollte im hauptmenü das training anwählen, damit die steuerung in fleisch und blut übergeht. sonderlich kompliziert ist sie nicht, denn zwei knöpfe sind immer für schläge und zwei für tritte bestimmt. außerdem aktiviert bei allem eine bestimmte kombination einen teleport bzw. eine fernwaffe. das ist zuweilen etwas suspect, denn wieso sollte sich superman beamen können? naja. dazu kommen special und signature moves, sie die möglichkeit, sein gegenüber im „freefall“ oder „klose kombat“ zu malträtieren. ihr könnt den feind aus dem offenen ring auf eine untere ebene werfen, ihm hinterher springen und auf dem weg nach unten verhauen. doch vorsicht: reagiert der andere schnell oder errät, welchen kopf ihr drückt, um maulschellen zu verteilen, dreht sich das blatt und ihr werdet vermöbelt. der „klose komat“, der bei eng zueinanderstehenden figuren durch r1 aktiviert wird, funktioniert gleich, nur dass sich das alles dann nicht im flug, sondern bei einem clinch abspielt. daneben dürft ihr bei gelegenheit in begrenzten arealen den konterpart mit anlauf in wände zu rammen. je nachdem, wie gut euer botton-mashing ist, wird ihm entsprechend viel oder wenig energie abgezogen.

besonders effektiv sind combotreffer. es ist nicht leicht, die verschiedenen botton-abfolgen zu lernen. die entwickler haben daraus mit der „kombo challenge“ eine eigene spielvariante gemacht. mit dem ausführen der vorgegebenen manöver lernt ihr, wie ihr sie im kampf einsetzen könnt. zudem schaltet eine gelungene aktion (neuerdings auch bei der ps3) eine trophäe frei. da dies ein recht schwieriges unterfangen ist und mit jedem charakter gleich mehrere kombos geschafft werden wollen, dauert es eine weile, bis alles glatt lauft. das ist der langzeitmotivation sehr zuträglich. im aracade-kampf kann die dauer-haue durch die aktivierung der neuen „rage“-funktion unterbrochen werden. mit jedem angriff steigt das rage-meter unterhalb der lebensanzeige. ist es voll, müsst ihr nur noch auf den geeigneten moment warten und dann eure rage aktivieren. für eine gwisse zeit seid ihr unverwundbar und richtet mehr schaden. der gegner muss sich also aufs blocken konzentrieren oder selbst in rage kommen. dann wird der effekt ausgeglichen. eine zusätzliche taktische komponenete.

die ultimative tastenfolge wird erst abgefragt, wenn das eigentliche match schon vorbei ist. es sind die animationen, die den fast magischen worten „finish him!“ folgen die finishing moves. nein, es gibt sie immer noch. ja, sie sind entschäft worden. und was da deswegen manche tester schreiben (von wegen „midway hat mk getötet“) ist einfach schwachsinn. wenn die finisher, die wirklich so etwas wie das herzstück der serie sind, tatsächlich weg wären, würd ich dem zu einem gewissen teil zustimmen. aber erstens bewerte ich ein rennspiel auch nicht nach der virtuellen siegesfeier (die es oft nicht mal gibt) und zweitens ist das altbekannte ja da. sonya küsst ihre gegner immer noch zu tode, scorpio zieht sie immer noch in den boden und spuckt ihr skelett aus. das gegenstück zu den fatalities sind die heroic brualites. green latern zerquetscht den/die besiegte/n in einer blase, der jocker schießt dem rivalen einfach mal in den kopf, man sieht es aber nicht. zugegeben: das alles sieht nicht mehr so rabiat wie früher aus und wenn superman den gegner ungespitzt in den boden rammt, erinnert das an bud spencer. aber es ist da und es ist immer noch ein gimmick. sich über fehlendes blut (was übrigens auch nicht stimmt) oder die mangelnde brachiale gewalt zu bescheren, ist deswegen albern.

wenn schon den fehler-stift ansetzen, dann bitte an den richtigen stellen. zu bemängeln ist etwa die hölzerne darstellung von einzelnen kämpfern. die wirken zu glatt, um realistisch sein zu können. schade eigentlich, denn das stage-design und allgemeine grafik, die unter anderem zeigt, wie die klamotten der akteure im laufe einer auseinandersetzung leidet, ist durchaus sehenswert. das balancing hätte ebenfalls mehr beachtung verdient. manche machen im vergleich zu anderen dreimal soviel schaden. auch der umfang des multiplayers hält sich etwas in grenzen. on- und offline treten maximal 2 menschliche spieler gegeneinander in freundschafts- und raglistenmatches an. gut, was soll man auch in einem beat’em-up mehr machen? auf der anderen seite überzeugt der sound mit guter hintergrundmusik, knalligen effekten und stimmiger syncho , wenngleich die englische originalausgabe besser ist. der einstieg ist leicht und die präsentation schlicht und einfach gelungen.

kritik muss sich „mortal kombat vs. dc universe“ mit blick auf ähnliche titel sicher gefallen lassen. dafür ist der umfang etwas zu knapp, es gibt nur wenige extras, die freigespielt werden können und richtige abwechslung wird ebenfalls nicht geboten. aber es ist ein kampfspiel und das bekommt man auch! und zwar einen sehr guten vertreter des genres. sie anderen dürfen über mangelnde brutalität klagen – die käufer, zu denen ihr gehören solltet, wenn euch schnelle kloppereien zusagen, werden sich an einer im großen und ganzen sehr schönen grafik, einem guten und gut meisterbaren gameplay sowie halten herausforderungen und stylischen (finish-/kombat-)einlagen.

 

der name der website ist ebenso treffend, wie die berüchtigten mk-aufwärtshaken:

http://www.worldscollide.com/