MEIN FITNESS-COACH - GUT IN FORM

pusbisher: ubisoft

vö: 26.03.09

system: wii

wertung: 8.5 von 10



   

oh gott, kam der sommer dieses jahr früh! und so unvorbereitet! da konnte man sich gar keinen sixpack antrainieren, um am baggersee eindruck zu schinden, oder? doch ubisoft naht zur rettung und bringt mit „mein fitness-coach - gut in form“ den persönlichen schleifer fürs wohnzimmer. damit wir wenigstens zur zweiten jahreshälfte einen brauchbaren body vorweisen zu können und den winterspeck des vor-vorjahres endlich loszuwerden.

mit etwas verwunderung mag der ein oder andere übungswillige beim ersten blick auf das cover realisieren, dass das balance-board gar nicht unterstützt wird. ein wii-spiel. in dem es um fitness geht. kein balance-board. komisch. möchte man meinen. doch wie beim workout herausstellen wird, funktioniert das sehr gut. es begrenzt den trainingsraum nicht auf diesen einen quadratmeter, auf dem das plastikbrett liegt und außerdem muss man/frau sich nicht extra das nun nicht gerade billige board holen. stattdessen darf im profil anlegenen werden, ob im haushalt handeln, gummibänder o.ä. vorhanden sind, die genutzt werden können.

apropos profil anlegen: mit den einstellung beginnt natürlich der lange weg zum idealgewicht oder wahlweise auch zur größeren ausdauer bzw. zur höheren beweglichkeit. das prozedere braucht seine zeit, da sämtlichen relevanten körpermasse eingegeben werden. und das auch noch mit der wiimote und anklickbaren pfeilen. da gilt es eine ruhige hand zu beweisen, bis mal die 70 kg oder so erreicht sind. eine virtuelle zahlentastatur wäre sicher sinnvoll gewesen. außerdem geben die übungen, die in der profil-findung gemacht werden müssen, um den momentanen stand der dinge den körper betreffend zu ermitteln, schon einen ausblick auf die dinge, die da kommen. es geht ganz schön zur sache. und nach 2 minuten hampelmann noch den puls zu messen und ihn dann noch einzugeben, ist alleine eine herausforderung.

das viertelstündige konfigurationsritual endet mit der analyse der einträge, dem vorschlag, was an einem verbessert werden sollte und einem kalender, um die nächsten/ersten trainingseinheiten festzuhalten. bei diesen und den anderen angaben solltet ihr übrigens nicht schwindeln und immer das richtige bzw. das realistische ziel nennen. sonst lügt ihr euch in eure tasche, es verfälscht die daten, mit denen das „spiel“ arbeitet und damit kann das workout nicht so effektiv sein. das ist der nachteil, wenn das balance board nicht in aktion tritt. das misst ansonsten zumindest immer das gewicht, sodass zumindest da schwindeln nicht drin ist.

jetzt aber wirklich mal zu den übungen: vor jeder einheit darf der ort und die musik ausgewählt werden, wobei weitere hintergründe und akustische untermalungen im laufe der zeit erst anwählbar sind. dann noch ausgesucht, wie lange (15 bis 75 minuten) welcher bereich (oberkörper, unterkörper, ausdauer/cardio, muskel) heute besonders trainiert werden soll und los geht’s. maya, die charmate personal-quälererin, die uns bereits durch das profil-menü geführt hat, macht erst mal eine paar sprüche und erklärt, was auf dem plan steht.

am anfang folgt eine kleine aufwärmrunde, dann steigert sich die intensität der turnereien. neben der verbiebenden zeit für das gesamte workout läuft am unteren bildrand immer ein band mit (ähnlich „guitar hero“ nur ohne noten und in der vertikalen), dass in einzelne abschnitte, die anfang und ende einer übung kennzeichnen sowie ggf. das benötigte gerät benennt, eingeteilt ist. sehr gut gelöst! aber auch sonst wirkt das alles sehr durchdacht: maya sagt, was wie oft/lange zu tun ist und zeigt es uns.

kennen wir ihre aktuelle routine nicht, reicht ein klick auf „anleitung“ rechts über dem band, die workout-zeit hält an und frau fit erklärt das zu tuenden genau. das ist überaus einsteigerfreundlich, denn man muss nun wirklich nicht davon ausgehen, dass jeder die insgesamt (so heißt es) über 500 übungen namentlich kennt. die anfänger müssen nach bestimmten abschnitten ab und an fragen beantworten, wie fordernd die letzten minuten waren, damit das nächste training darauf abgestimmt wird. auch das sehr löblich. nur kommt da wieder das alte problem mit der wiimote auf. mit erhöhtem puls die ist echt hart. warum nicht einfach per steuerkreuz auswählen?

es geht schon mächtig an die physis, wenn maya ihr ding durchzieht. aber zumindest mutert sie einen immer wieder auf. wobei sich mancher spruch nach einer weile gerne wiederholt. ist aber nicht so wild. lustig: anscheinend registriert maya, wenn sich die wiimote in der hand nicht (richtig) bewegt. dann gibt’s rüffel. außerdem gibt sie am schluss eines workout noch ein paar tipps zur richtigen ernährung und bewegung. unsere trainerin hat übrigens kein dauergrinsen. sie kuckt bisweilen gerne mal grimmig. ob das so gewollt ist? jedenfalls ist das schon bemerkenswert und gut so. wer kuckt schon dauer-enthusiastisch beim workout in der gegend rum. bis auf die supercoaches in den mucki-buden wohl niemand.

grafik und sound sind bei solchen titeln immer eher zweitranging, soll doch erwähnt werden, dass die animationen, wenngleich etwas kantig und nicht mit sonderlich vielen details gesegnet, flüssig und ansprechend sind. lizensierte musik würde beim sporteln vielleicht mehr puschen, aber die eingens komponierten beats verfehlen ihre wirkung, nämlich die geschwindigkeitsvorgabe, auch nicht.

bei fitness-spielen ist es immer schwer, nach zwei wochen training ein finales urteil zu fällen. schließlich leben diese titel von der langzeitmotivation und wer kann schon sagen, ob die virtuelle folterkaller im 8 wochen immer noch zieht. aber allein die tatsache, dass meine freundin ... äh ... ich die „mein fitness-coach“-disk immer noch ohne diese gewisse unlust, die einem manchmal vor einem training überkommt, in die wii schiebe, hat schon eine gewisse aussagekraft.

die übungen sind abwechslungsreich und scheinen schweißproduktion und muskelkater zufolge wirklich etwas zu bringen. das größte minus fährt die finzelige eingabefunktion ein. dabei wäre es sicher nicht das problem gewesen, die etwas anders zu programmieren. unterm strich ist „mein fitness-coach - gut in form“ dennoch eine wirkliche alternative zum kauf eines dreimal so teuren balance-boards. vorausgesetzt, man belügt sich nicht selbst, denn die kontrolle von einer peripherie gibt es nicht. aber wer belügt sich schon, wenn es darum geht, am bagersee eine gute figur zu machen...?

 

die homepage zum fitmacher: http://ubisoftcoach.de.ubi.com