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M.A.G.

Pusbisher: Sony Entertainment

System: PS3 (test)

wertung: 8,1 von 10



   

Was für ein Auflauf! Und ich meine nicht den, den Mama macht! Beim neuen Multiplayer-Shooter „MAG - Massive Action Game“ können sich bis zu 256 Spieler auf einer Map tümmeln. Das verspricht Ballerei pur, aber auch eine ordentliche Portion Chaos. Zumindest ist es schwer vorstellbar, wie man bei der Menge die Übersicht behalten will. Doch es funktioniert – wenn alle nicht nur wild drauflosrennen und blind ballern.

Es ist die nahe Zukunft, kurz nach Weltkrieg 3. Richtige Armeen haben quasi nichts mehr zu sagen. Dafür haben findige Militärs/Geschäftsleute ihre eigenen Trupps zusammengestellt, die sie als Organisationen führen. Da wäre zum einen Valor, ein Verband aus amerikanischen und britischen Truppen. Sie sind kampferprobt und wissen mit jeder Art Waffe gut umzugehen. Die Raven-Gruppe aus Mitteleuropäern kommt mit den dicken Wummen und High-Tech um die Ecke. S.V.E.R. aus dem ehemaligen Ostblock hat zwar nicht so viel Kohle, dafür gute Guerillakrieger und Bastler. So geht das Spiel dann mit der Frage los, welchen Team man sich anschließen will. Die Riesen-Unterschiede macht as jetzt nicht aus, aber es ist schon feststellbar, wenn eine Truppe ihre Vorteile auf einer Map ausspielen kann.

Ist die Entscheidung getroffen, wird rekrutiert und ist mit dem erstellten Avatar, der begrenzt auch noch den eigenen Vorstellungen entsprechend angepasst werden kann, fest in dieser Organisation. Wechseln ist nicht drin. Dafür gibt es aber mehrere Charakterslots, sodass mit einem zweiten oder dritten Profil eine Mitgliedschaft in den anderen Squads ermöglicht wird. Bevor ihr euch in die Schlachten stürzen dürft, gilt es allerdings, ein kleines Tutorial in Form eines Gangs durch einen Übungsplatz zu absolvieren. Es erklärt die Waffen, die auf der Map verteilten Muni-Stationen und die Steuerung. Mit der wird sich der ein oder andere schwer tun, denn durchgewechselt wird mit den Schulterknopfen. Die linken für die Waffen, die rechten für Medi-Kits, Reperatursets usw. Das ist vor allem für „CoD“-Shooter-Freunde schon eine Umgewöhnung. Doch auch die Belegung der Buttons ist zum Teil frei wählbar. So sollte jeder Einstellungen finden, mit denen er oder sie zurecht kommt.

So vorbereitet wartet die erste Herausforderung auf den Frischling. Das ist der Modus Unterdrückung – die drei anderen (Übernahme, Sabotage und Herrschaft) sind noch gesperrt. Unterdrückung ist eigentlich ein stinknormales Deathmatch, also Feinde ausschalten. Außer, am Ende in der Mannschaft zu stehen, die ihr Respawn-Kontingent nicht ausgeschöpft hat, gibt es kein Ziel. Deswegen wird es auch als Übung verkauft, in der man sich die ersten Erfahrungspunkte holen kann. Für jeden Frag kommen 5, für einen Assist 3 Punke aufs Konto. Genug gesammelt, steigt der eigene Level und es lassen sich Erweiterungen kaufen. Dazu gehören duzende Waffen und Waffenverbesserungen, effektivere Heilungsspritzen, Sprengstoff, diverse Granatarten und allgemeine Fähigkeiten wie schneller laufen und zielen. Das Aufmotzen und das Immer-besser-werden in einem Bereich ist das, woraus „M.A.G“-Spieler ihre Motivation ziehen.

Die Zahl der maximalen Anzahl der Spieler variiert. Bei Unterdrückung stehen sich bis zu 64 Soldaten pro Seite gegenüber. Auch insgesamt 128 können sich bei der Übernahme (frei ab Level 6) tummeln. Hier müssen zwei feindliche Fahrzeuge gestohlen und aus der gegnerischen Anlage gebracht werden bzw. die Fahrzeuge samt Anlage verteidigt werden. 32 gegen 32 kämpfen im Sabotage-Modus (frei ab Level 4), in dem zwei Satellitentürme zerstört/verteidigt und bei Erfolg ein Datenzentrum in die Luft gejagt/verteidigt werden wollen. Das Herzstück ist aber die Herrschaft (frei ab Level 8). In gigantischen Massenschlachten treffen tatsächlich bis zu 256 Leute aufeinander. Es geht darum, eine ringförmige Anlage einzunehmen und die dort gelegenen Treibstoffanlagen zu zerstören. Massen an teilweise steuerbaren Verteidigungsanlagen wie Flaks, Geschütze und Bunker sowie die Defensiven stemmen sich dagegen.

Sinnloses Anlaufen bringt auf keiner Map etwas. Ein wenig Taktik sollte schon dabei sein. Damit alles geordnet abläuft, sind die Spieler immer gewissen Einheiten zugeteilt. Die 128-Mann-Armee ist unterteilt in 4 Platoons mit je 32 Soldaten, die wiederum aus vier Acht-Mann-Teams bestehen. Nur die können miteinander per Headset kommunizieren. Im Modus Herrschaft kommandiert ein Platoon-Führer alle seine Squads. Anführer kann man jedoch nur mit genügend Erfahrungspunkten und ab Level 15 werden. Der Spieler fühlt sich somit wie ein kleines Zahnrad, eben ein Soldat, was die Atmosphäre gehörig nach oben schraubt. Wenn ein Frag geholfen hat, das für die Einheit vorgesehene Ziel zu erreichen (Einnahme von Punkt X, Verteidigung von Basis Y), bekommt der Spieler für den Kill Bonus-XP. Es ist also folglich besser, die Vorgaben des Squads zu befolgen, die das HQ vorgibt und die sich auch im Spiel ändern.

Die Schlachten selbst lassen Platz für einige taktische Finessen. Das fängt beim Einstieg in der Online-Ballerei an. In der Regel gibt es verschiedene Respawn-Punkte, die einen entscheiden lassen, ob’s direkt wieder rein geht, oder es vielleicht mehr Sinn macht, als Sniper weiter entfernt zu neuem Leben zu erwachen. Auch das andere Ende des Daseins lässt gewisse Optionen offen. Denn geht ihr nach einem Treffer zu Boden, seit ihr nicht sofort tot - sofern ihr nicht von einer Granate, einem Headshot oder einem Messer aus nächster Nähe erwischt wurdet. Ihr verblutet so 15 Sekunden lang. Kommt in der Zeit einer mit einem erweiterten Medi-Kit vorbei, der auch andere heilen kann, steht ihr auf wie Phönix aus der Asche. Die Mitglieder von gut durchorganisierten Teams werden also sicher den Spawn-Bildschirm weniger häufig sehen.

Die 12 Maps, auf denen sich der sogenannte Schattenkrieg abspielt, sind wirklich schön designt. Zwar wirken manche Texturen auf die Nähe eher etwas unschön, aber die Fülle an Grafiken inkl. Spieler-Animationen und die Weitsicht macht das wieder wett. Vor Zeit zum Gaffen bleibt eh nicht. Apropos Animationen: Die Bewegungen der Figuren wirken etwas träge. Das hängt natürlich davon ab, mit welcher Ausrüstung ihr unterwegs seid, aber auch bei leichter Panzerung und einfacher Waffe, läuft es sich irgendwie langsam. Da es aber für jede Figur gilt, ist die Spielgeschwindigkeit schon ordentlich. Zumal es fast keine Lags oder ähnliches gibt. Der Sound dagegen fehlt tatsächlich der Bumms. Die Waffen und Explosionen klingen blechern. Die deutsche Sprachausgabe kann sich im Vergleich hören lassen. Ansonsten sollte noch erwähnt werden, dass die „M.A.G.“-Server so ziemlich jede Info zu den Gefechten sammelt. Sämtliche Daten und Fakten könnt ihr im Startmenü abrufen und noch Auszeichnungen verdienen – z.B. für euren 1000. Tod.

Fazit:

Auch wenn optisch, akustisch (trotz geilem THX) und bei den Aufgaben ein paar Abstriche gemacht werden müssen: „M.A.G.“ hat seinen Namen rätlich verdient. Duzende von Spielern, die ihren Teil dazu beitragen, die Mission zum Erfolg zu führen. Dank dem Hochleveln und den Spzezialisierungsmöglichkeiten will man immer weiter machen und besser werden, es entsteht ein gewisses Suchtpotential. Die Kommandostruktur ist durchdacht und sogar dafür, dass trotz Massenansammlung Ordnung ins Spiel kommt. Zumindest, wenn sich das Gefolge nicht wie in einem Ameisenhaufen bewegt. Für Rambos ist das Spiel schon deshalb kein geeignetes Feld. Teamplayer werden lange ihre Freude haben.


Der Link zum Spiel: www.playstation.com/MAG