KUNG FU PANDA

publisher: activision

vö: 26.06.08

system: alle (getestet auf wii)

wertung: 7.7


   

ich kann machen, was ich will: jedesmal, wenn ich die videospiel-umsetzung eines kinofilms in händen halte, überkommen mich vorurteile. zu oft wurden linzenzen dermaßen verhunzt, dass ich nach dem spielen einer adaption sogar den film, den ich bis dahin zumindest ganz nett fand, nicht mehr mochte. naja, ich denke nicht, dass ich damit allein stehe. mit verächtlichen gedanken an „fantastic 4“, „hulk“ (also der von vor 6 jahren) und irgendein „harry potter“-spiel hab ich dann also die verpackung der wii-version von „kung fu panda“ aufgemacht. und siehe da: meine befürchtungen haben sich nicht bewahrheitet – im gegenteil: das spiel ist gelungen!

ich habe das dreamworks-abenteuer auf der großen leinwand nicht gesehen, aber die story dürfte identisch sein: der panda po würde man allgemein eher als tollpatschig (und leicht übergewichtig) bezeichnen. trotzdem will er hoch hinaus und ein großer kung fu krieger werden. während sich andere lehrmeister wahrscheinlich über den schwarz-weißen knuddelbär lustig machen und ihn abweisen würden, nimmt ihn shifu – auch aufgrund einer verkettung kleinerer zufälle – auf und bildet ihn aus. nicht zuletzt, weil die größten „furiosen fünf“, die ihre heimat vor dem machtbesessenen tai lung beschützen sollten, versagt haben und die schergen des diktators jetzt überall rumstehen. nun liegt es euch, die bösen zu vertreiben und euch bei den guten respekt zu verschaffen.

zwar müsst ihr im spiel ab und an auch mit den anderen helden in die schlacht ziehen, aber in erster linie schlüpft ihr natürlich in das fell von po. nach einem lustigen kleinen intro-filmchen, das, wie alle cut-scenes, tatsächlich lust auf die leinwand-vorlage macht, werdet ihr auch schon ins pos schön animierte welt geworfen, die aus 13 abwechslungsreiche levels besteht undin jump'n'run-meets-beat'em-up-manier durchquert werden wollen. auf dem weg zum ende eines abschnitts steht jede menge zeug (kisten, marktstände, gegner) rum, das kaputt gemacht werden will. während die besatzer schon wegen ihres jobs vermöbelt werden wollen, verbirgt das teilbare mobliliar münzen, die extras freischalten, oder power-ups, um mal so richtig gas geben zu können.

im gegenatz zu seinem blockbuster-pendant muss euer po das prügeln nicht erst von grund auf lernen. mit den tasten wird gehauen, getreten und geblockt. je nachdem, wann welche taste gedrückt wird, lernt ihr mit der zeit immer mehr kombos. mal kegelt ihr dann die meute um, mal gibt’s in der luft prügel, mal dürft ihr euch mit waffengewalt der menge erwehren. bei der wii-version müsst ihr außerdem euren ganzen körper einsetzen, um gegner zu greifen und zu werfen. komischerweise hat das bei mir nicht so gut geklappt – bei meiner 8-jährigen nichte schon. vielleicht stand sie einfach besser zur sensorenleiste. oder bin ich etwa zu alt für diesen job...?

die wii-steuerung spielt auch noch in diversen balance- und rolleinlagen eine große rolle. auf drahtseinen wird euer pad zum greifbaren gleichgewichtssinn. schwengt po nach links, müsst ihr den nunckuk vorsichtig nach rechts abfallen lassen. beim sogenannten pandastolpern kugelt sich po zusammen und rollt durch einen vorgegebenen teil des levels. dabei kann er auch münzen ergattern, muss aber auch aufpassen, dass er nicht gegen ein hinderniss platscht. wieder eine guter einsatzort für das pad, mit dem man po im rollen lenken kann.

wie gesagt: die grundattacken beherrscht po, aber mit den gefundenen coins powert ihr euren kuschelbären immer weiter aus. ihr könnt die münzen in einen dickeren energiebalken oder durchschlagskräftigere angriffe investieren. die kommen euch vor allem bei den häufigen bosskämpfen zu gute. die fiesen zwischengegner sind einiges zäher als ihre angestellten. aber alle haben schwachstellen, die ausgenutzt weren können. und sollte man unterwegs doch einmal das zeitliche segnen, werdet ihr kurz davor sicher einen checkpunkt erreicht haben. die sind recht verbreitet und sorgen dafür, dass nur kurze abschnitte noch einmal wiederholt werden müssen. der schwierigkeitsgrad ist allerdings auch auf dem härtesten der drei wählbaren stufen nicht sonderlich hoch. sicherlich ein zugeständnis an die jüngeren zocker.

grundsätzlich werden missionen in typischer thrid-person ansicht gezeigt. abhängig von dem missionsziel, es kommt auch vor, dass alles in der hüpfspiel-üblichen ansicht von der seite gezeigt. die grafik ist dabei immer sehr schmuck. po möchte man am liebsten gleich knuddeln, so flauschig, wie er rüberkommt. sonst sieht ebenfalls eigentlich alles so aus, wie man es aus dem film (oder zumindest den ausschnitten) kennt. das ist ein kompliment, denn vor allem die cgi der landschaft in das game zu bekommen, ist sicher nicht leicht gewesen. genau dürft ihr euch die nebendarsteller und immobilien jedoch nicht anschaun. dann offenbart sich der mangel an details. manchmal schlagen sogar richtig heftige grafikbugs durch, die sich zudem negativ auf die trefferabfrage auswirken. schade, denn es raubt etwas den spielspass.

bedauern darf man des weiteren die kurze spielzeit. wer freitags nachmittags anfängt, wird unter normalen bedingungen am sonntag das ende zu sehen bekommen. doch nach dem schluss des singleplayers ist noch lange nicht alles vorbei. denn, und auch das ist für eine filmumsetzung nicht unbedingt normal, es gibt einen ordentlichen mehrspieler. bis zu vier leute kämpfen gegeneindander oder im team in kleinen minigames. dort wird entweder im smash bros-style geprügelt, das inventar um des punktesammelns willen zerdeppert oder zielscheiben per wasserblaster weggeblasen. das sind zwar keine meisterwerke der spielkunst, aber ein dreingabe, die als partygames durchaus taugen.

bleibt noch der sound. um es kurz zu machen: er ist stimmig, denn die hintergrundkulisse ist sehr asiatisch gehalten. sowohl in der deutschen als auch in englischen variante sind die originalsprecher nicht zu hören, aber der ersatz leistet gute arbeit und lässt oft fast lippensynchron coole oder lustige sprüche vom stapel. einzig bei dem kriegsgeschrei, die po und co. ausstoßen, hätte man sich zuweilen mehr abwechslung gewünscht.

auch diese filmumsetzung hat schwächen. aber die kommen im gegensatz zu sonst, nicht dadurch zustande, dass man verzweifelt versuchte, alles 1:1 vom original zu übernehmen. im spiel zu „kung fu panda“ wird vieles an die gamingwelt angepasst. und das ist gut so, denn so entstand ein durchaus ansprechendes spiel, das nicht nur button-mashing, sondern auch köpfchen verlangt. wer blind alle kisten kaputt haut, wird wichtige items nicht mehr zu fassen bekommen. und die schwachstelle der gegner findet auch niemand heraus, der blind auf ihn einschlägt. es sollte noch erwähnt werden, dass die wii- und die pc-version recht günstig zu haben ist. das entschädigt für so manchen grafischen defizit. man bekommt also was geboten und mit den minigames auch noch extras, die lange nach der beendigung der solokampagne spass macht.

 

eine pc-demo und noch vieles mehr hält die sehenswerten seite www.kungfupandagame.com/de bereit.




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