GUITAR HERO: METALLICA

pusbisher: activision

vö: 22.05.09

system: xbox360 (test), ps3, ps2,wii

wertung: 9.0 von 10



   

ich schätze mal, dass die mehrheit von uns, der audio4all-gemeinde, eher der elektronischen musik zugeneigt ist. doch sollte man deswegen schönen, ehrlichen krawall-rock verschmähen? sicher nicht. und wer kann schöner schreddern als die jungs von metallica? niemand. deswegen macht es auch absolut sinn, dass activision mit „guitar hero: metallica“ ein special mit den chef-moshern herausbringt. es belegt einmal mehr: wo metallica draufsteht, ist feinster metal mit gehörigem abgeh-faktor drin. da kommt auch im wohnzimmer echtes rock’n’roll-feeling auf.

das spielprinzip dürfte nun wirklich bekannt sein, wobei dasselbe system wie bei „guitar hero world tour“ zum tragen: die noten für die instrumente werden durch kleine quadrate symbolisiert, die durch das bild scrollen. immer, wenn ein farbiges kästchen an die sogenannte anspiellinie kommt, muss er an den knöpfen der gitarre gedrückt bzw. die farbe an den drums getrommelt werden. dazu kommt eine karaokeleiste, die james headfields texte ganz „singastar“-like samt die zu singende tonhöhe und -länge anzeigt. jedes der maximal vier bandmitglieder kann alleine oder im koop-modus ihren teil zum nötigen abgehfaktor beitragen. im auswahlmenü am anfang gibt es demensprechend die wahl zwischen solo und off- oder online-multiplayer. die benötigte hardware wird per usb an die konsole angeschlossen. instrumente von den vorgänger-versionen können verwendet werden, wobei es auch bundles mit neuen equipment im metallica-look gibt.

um schräge töne zu vermeiden, solltet ihr erst das tutorial durchmachen. es führt euch in die feinheiten des spiels ein. wenn ihr denkt, dass ihr es drauf habt, könnt ihr auf tournee gehen. auf den brettern, die die welt bedeuten, könnt ihr euch dann als echter rocker beweisen. wie gut ihr sein müsst, damit die menge euch feiert, kommt darauf an, auf welchen der schwierigkeitsgrade ihr spielt. während ihr auf leicht einfache tonfolgen serviert bekommt, hämmern im experten-level drumrolls, riffs und schwierige gesangspassagen auf euch ein. spätestens da ist volle konzentration gefragt. nur dann spielt meistens wiederum jeder für sich und das echte bandgefühl geht leider etwas flöten.

brandneu ist der profi-modus. der ist vor allem für versierte dummer sehr geil, denn erstmalig unterstützt ein „guitar hero“-titel zwei fußpedale. und das kommt in diesem modus zu tragen. ihr dürft euch mit den double-bass-passagen mal so richtig verausgaben und lars ulrich zeigen, wer der chef an den sticks ist. außerdem gibt es jett metallic-noten, die mehr punkte geben, wenn man sie härter, also mit mehr power, schlägt.

das salz in der suppe von musik-spielen sind die stücke. am anfang hält sich die songauswahl in grenzen. im story-modus macht ihr als vorband eine tour mit den metalgöttern mit, die nur weiterkommen, wenn sie gecoverte songs gut meistern. erst wenn diese „vorprüfung“ bestanden ist, wird das quartett um james nachgeahmt. mit der zeit werden so immer mehr lieder und bühnen (und übrigens auch bandvideos) freigeschaltet, sodass ihr doch schnell auf einen beachtlichen fundus zurückgreifen könnt. und das line-up kann sich echt mal sehen lassen. die liste an tracks, die coolerweise nicht nur material der namensgeber enthält, sollte für spielvergnügen en masse sorgen.

von metallica gibt’s das hier zum nachspielen: battery, creeping death, disposable heroes, dyers eve, enter sandman, fade to black, fight fire with fire, for whom the bell tolls, frantic, fuel, hit the lights, king nothing, master of puppets, the memory remains, mercyful fate, no leaf clover, nothing else matters, one, orion, sad but true, seek and destroy, the shortest straw, that thing that should not be, the unforgiven, welcome home, wherever i may roam, whiplash, all nightmare long, broken,beat&scarred, cyanide und my apocalypse – bis auf ride the lightning sind wohl echt alle klassiker vertreten.

dazu kommen gastauftritte von den lieblingen der vier. auch die aufstellung kann sich sehen lassen: alice in chains - no excuses, bob seger & the silver bullet band - turn the page (live), corrosion of conformity – albatross, diamond head - am i evil?, foo fighters - stacked actors, judas priest - hell bent for leather, kyuss - demon cleaner, lynyrd skynyrd - tuesday's gone, machine head - beautiful mourning, mastodon - blood & thunder, mercyful fate – evil, michael schenker group - armed and ready, motorhead - ace of spades, queen - stone cold crazy, samhain - mother of mercy, slayer - war ensemble, social distortion - mommy's little monster (live), suicidal tendencies - war inside my head, the sword - the black river, system of a down – toxicity, thin lizzy - the boys are back in town und ennio morricone - ecstasy of gold

allein als lenny von motörhead mal auf der bühne zu stehen ist schon geil. nicht-metallica-songs könnt ihr aber auch mit eigenen avataren zupfen, hauen und schreien dürft. dann noch 45x metallica und 21 diverse bonustracks. also über mangelnden content darf sich wirklich niemand beschweren!

die grafik ist wie üblich comichaft, aber super-pointiert. es wirkt irgendwie ernst, wenngleich der look, der an videos von den gorillaz erinnert, das alles wieder auflockert. hier klampft ja auch metallica und nicht irgendjemand! die band-mitglieder sind gut in szene gesetzt und man erkennt sie sofort. auch mimik und bewegungen sind 1:1 nachempfunden. da hat sich das motion-captioning gelohnt. logischerweise ist der bildschirm bei vier gamern ziemlich beladen und man bekommt von der hintergrund-animation nicht viel mit. der sound kommt ebenso fett wie die rocker daher (also nicht physisch gemeint). manchmal wünscht man sich etwas mehr dynamik, um ihnen abnehmen zu können, dass man gerade von tausenden menschen abgeht. aber wenn die richten töne gespielt werden und damit auch die richtige musik aus dem boxen dröhnt, hat das auf jeden fall das passende feeling.

echte metaller werden schon solo ihr reines vergnügen mit dem game haben. seine wahre stärke entfaltet es, auch das ist bei musikspielen usus, im multiplayer bzw. auf partys. sich gegenseitig hochzupeitschen, weil man mehr punkte als der andere haben will, sich wie james und lars an die gurgel gehen, über verunglückte abschnitte zu lachen und sich abzuklatschen, wenn ein super-gig hingelegt wurde – das zeichnet das spiel aus.

keine frage: „gutar hero: metallica“ rockt das haus! als fan darf man sich das teil ohne zu zögern anschaffen. da geht’s auch ohne kumpels gut ab. uns selbst, wenn ihr zumindest ein fitzelchen für dieser art musik übrig habt und dazu womöglich sogar noch drei schredder-begeisterte freunde auftreiben könnt, dann dürfte sich der kauf des games für euch vollends lohnen. der schwierigkeitsgrad ist schon ordentlich und die soli von kirk hammet verlangen viel. aber es wär ja auch langweilig, wenn man alles auf anhieb schaffen würde. das wohl größte manko ist der überladene bildschirm bei mehrspieler-action. der text wird einfach bei zu kleinen fernsehern nicht mehr lesbar. und die meute könnte sich manchmal etwas mehr zurückhalten.vor lauter zwischenrufen hört man das lied fast nicht mehr. doch so ist das wohl als metallica-mitglied: alles brüllt und geht ab. und das erlaubt das spiel auch. so soll es sein. nur nicht die wohnzimmereinrichtung zerdeppern. auch wenns juckt.

 

geht auch ganz schön zur sache: metallica.guitarhero.com