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GOD OF WAR III

Pusbisher: Sony Entertainment

System: PS3 (Test)

wertung: 9,6 von 10



   

Kratos, amtierender Kriegsgott, kommt nach zwei Teilen da an, wo er hin will: Zum Olymp. Und wer denkt, er habe Kratos in den Vorgängern sauer gesehen, wird in dem Action-Spektakel "God of War III" sein grün-blaues Wunder erleben. Denn zum Abschluss der Trilogie läuft die coolste Glatze der Welt zur absoluten Bestform auf.

 

Die Story wird nahtlos weitererzählt: Kratos will Rache an seinen Vater Zeus nehmen und will diesen am liebsten an einen Galgen hängen sehen und macht sich auf um den Gott der Götter zu finden und zu erledigen. Serienkenner wissen, dass Zeus seinem Sohn auch ans Leder will. Somit schickt er seine Götter und Titanen los, um Kratos ein für alle Mal ins Grab zu befördern. Dabei entstehen mächtige Kämpfe, die teilweise an ein "Shadow of the Colossus" erinnern. Hier lässt das Spiel so richtig seine Muskeln spielen. Ein wenig Vorkenntnis wäre angebracht, um manche Storyinhalte zu verstehen. Es werden zwar einige Rückblenden in Form eines comicartigen Films eingestreut, aber den totalen Durchblick garantiert er nicht.

Der Anfangslevel auf der Titanin Gaia ist so bombastisch inszeniert, das man denken könnte, die Entwickler haben ihr ganzes Pulver bereits verschossen. Aber weit gefehlt. Es kommen noch etliche Stellen mehr, die das ersten Level bei weitem übersteigen. Potential genug, um das komplette Spiel durch die Kinnlade nicht mehr zu zu bekommen. Die Texturen sehen sauber aus, das Monsterdesign ist hervorragend und vielfältig. Es werden fast bis zum Schluss immer wieder neue Gegnertypen auf den Bildschirm erscheinen. Apropos erscheinen: Anders als bei dem beiden ebenfalls hervorragenden Vorgängern, tummeln sich deutlich mehr Gegner auf einmal auf dem Bildschirm. Dabei habe ich kein Ruckeln oder sonstiges bemerkt - Klasse. Die Lichteffekte sind sehr gut gelungen, vor allem wenn Kratos seine Klingen schwingt, oder Spezialangriffe anwendet. Die Kamera lässt sich wieder nicht manuell einstellen. Meistens macht das aber nichts, denn es sieht hervorragend aus, sie zeigt uns den Weg und streut ein filmisches Erlebnis mit ein. Allerdings ist die Sicht an einigen wenigen Stellen so schlecht platziert, dass man unweigerlich in den Tot stürzt. Dank der gut gewählten Rücksetzpunkte ist dies aber noch zu verschmerzen.

Wie schon erwähnt, dienen Titanen manchmal sogar als Level. Wir laufen also auf Ihnen herum, schnetzeln Gegner und bringen den Titanen zur Strecke auf denen wir uns befinden. Das Wort Schnetzeln kann man allerdings wörtlich nehmen. Das Spiel ist nichts für Zartebeseitete oder Heranwachsende. Kratos saut sich mit dem roten Lebenssaft regelmäßig ein. Man kann die Wut regelrecht spüren.

Beim Sound gibt's eigentlich nur eins: Anlage aufdrehen und genießen. Wiedereinmal gibt es einen überwältigenden Soundtrack der die Ohren frei bläst. Ein absolut geniales Hörerlebnis. Die Soundeffekte sind ebenfalls super gemacht. Gebrüll von Monstern, schreie von Opfern, Dialoge, das schmettern der Klingen und des Zermatschen der Gegenerhorden klingen allesamt hervorragend. Die Dialoge sind wie gewohnt sauber Gesprochen und klingen nicht übertrieben, oder gekünstelt, sondern absolut glaubwürdig. Gut ist weiterhin, dass die Originalsprecher der ersten Teile wieder verpflichtet wurden konnten. Was wäre Kratos mit einer "falschen" Stimme? Richtig, nicht der Gleiche. Besser geht es fast nicht.

Kratos steuert sich meist sehr gut und geschmeidig durch die Level. Eine kleine Verzügerung zwischen Controller und Kratos-Rolle ist verzeihbar. Die Angriffe sind auch relativ leicht zu erlernen und gehen gut von der Hand. Leider fühlt sich die Steuerung im fortgeschrittenen Spielverlauf etwas überladen an. Da ist man schon am überlegen wie, wo, was war. Da kann es leicht vorkommen, dass man statt Helios Kopf, den Feuerbogen zückt, oder andere ungewollte Waffen auswählt oder Aktionen tätigt, die von ungewollter Natur abstammen. Die Rücksetzpunkte sind wie erwähnt gut gewählt und geben kaum Anlass zum Meckern.Die Rätselabschnitte reichen von einfach bis "was zum Teufel wollen die jetzt von mir?". Gehirnschmalz sollte man schon etwas mit einplanen. Aber schon durch bloßes herumprobieren lassen sich viele Einlagen lösen. Dabei müsst ihr an einigen Stellen richtig Gas geben, denn manchmal sitzt euch die Zeit im Nacken.

Für Abwechslung wird ausreichend gesorgt. Sei es beim Leveldesign, der anfallenden Aufgaben, beim Erlegen der Monster und deren Vielfältigkeit. Langweilig wird es in den leider etwas kurzen zehn Stunden Spielzeit also nie. Geübte Spieler können das Spiel auch schneller bewältigen. Darüber hinaus gibt es weitere Schwierigkeitsgrade, von denen die harten aber wirklich nur für absolute Profis geeignet sind. Anfänger beißen sich hierbei die Zähne aus. Wenn das immer noch nicht genug ist, gibt es ja noch den Herrausforderungsmodus - der allerdings noch frei gespielt werden will. Hier werden Euch verschiedene Aufgaben gestellt, die Ihr innerhalb eines bestimmten Zeitfensters zu bewältigen habt.

An vielen Stellen werden Quicktime-Events eingestreut. Des einen Leid, des anderen Freud. Vor allem Zuschauer werden bei diesen Stellen ihre Freude haben, denn sie müssen ja nicht auf die eingeblendeten Tasten achten und können sich auf das noch so kleinste (blutige) Detail ergötzen. Splatterfreunde kommen aus den Jubeln nicht mehr raus. Zarte Gemüter - und Kinder sowieso sollten sich also Verziehen.
Alles im allem eine runde Sache.

 

 

Fazit:

"God of War III" ist das, was man einen Klimax nennt - ein absoluter Höhepunkt. Gekonnt ist die Zuspitzung auf den finalen Konflikt mit Papa Zeus in Szene gesetzt. Es ist nicht leicht, die geniale Sicht auf die Dinge in Worte zu fassen. Es passiert einfach immer zu viel. Etwas zu viel ist auch eine gute Beschriebung für die Gewalt, aber Kratos ist eben so. Selbst Hack'n'Slay-Hasser werden sich für den Trip begeistern können. Die kleinen Mankos wie die manchmal schlechte Kamera, ein kleines Ruckeln hier und da und der Delay bei Kratos' Rolle muss man nichtzu Anlass nehmen, groß was zu bemängeln. Nach diesem Atmo-Kracher ist es schwer zu glauben, dass wir die Glatze nicht mehr in Aktion sehen werden. Dafür ist das Spiel einfach zu gut und zu erfolgreich. Hoffentlich lassen sich die Entwickler noch etwas einfallen, damit die coole Sau nicht in Rente muss. Vielleicht vertrimmt er demnächst die nordischen Götter. Wünschenswert wäre das allemal!


Der Link zum Spiel - auch erst ab 18: www.godofwar.com