FALLOUT 3

pusbisher: bethesda

vö: 30.11.08

system: pc (test), ps3, xbox 360

wertung: 9.7 von 10


   

der nikolaus hat mir kurz vor heiligabend eine pc-version von „fallout 3“ zukommen lassen. jetzt kann ich ihm ein seeliges „herzlichen dank dafür!“ zurückschmettern. denn dieses spiel strahlt garantiert nicht nur zur weihnachtszeit!

wie fangen epische spiele an? ein held wird geboren – und das dürft ihr hier durchaus wörtlich nehmen. ihr erblickt in vault 101, einem bunker, das licht der welt. eine schöne idee, um jede kleinigkeit des späteren aussehens des eigenen avatars zu bestimmten. dummerweise kommt die mutter bei der eigenen geburt um. dabei sind in den vergangenen 200 jahren wahrlich schon genug menschen gestorben: mitte des 21. jahrhunderts kam der große knall. 98 prozent der weltbevölkerung sind in einem atomkrieg ums leben gekommen. um flora und fauna ist es auch nicht besser gestellt. viele überlebenden halten sich zumeist in bunkern auf. doch obwohl es immer noch kontaminierte gegenden gibt, in denen man, wird der aufenthalt zu lang, das zeitliche segnet oder mutiert, haben sich auch wieder siedlungen und städte gebildet. hier wird gehandelt und versucht, das leben irgendwie normal zu gestalten.

diese leute kennt ihr nicht, denn ihr habt das tageslicht noch nie gesehen. so wachst ihr zwischen stahl und dem art decort-stil der 50er auf. noch ein knips müsst ihr die ersten entscheidungen fällen, die euer weiteres leben beeinflussen. dieser, als tutorial angelegter abschnitt endet mit einem sehr schwarzhumorigen test, den ihr mit 16 ablegt und der eigentlich so was wie ein berufsentscheid sein soll. tatsächlich führt er euch vor augen, welche (gute wie böse) konsequenzen eine antwort haben kann. zur belohnung bekommt ihr am ende der prüfung euren pip-boy 3000, so etwas wie ein tricoder der enterprise, der alle möglichen informationen enthält und alles vor ihm befindliche analysieren kann. wie wichtig und hilfreich dieses tool ist, zeigt sich drei (virtuelle) jahre später: euer pa ist verbotenerweise an die oberfläche gegangen. ihr müsst es ihm gleich tun, weil man glaubt, dass ihr ihm beim verlassen des vault 101 geholfen habt – was ebenfalls nicht erlaubt ist. also an die oberfläche und papa gesucht. und dann geht das spiel erst so richtig los.

die erde nach der apokalypse wird eure kinnlade nach unten schnellen lassen. scheinbar unendlich frei begehbares land, immer wieder zerstörte gebäude, hier und da höhlen. alles sehr trist aber super detailliert gehalten. von dem grafischen überfall erholt, macht ihr euch den weg, euren vater zu suchen. zumindest wenn ihr das wollt. denn das ödland ist voller orte und siedlungen, die erkundet werden wollen. es könnte ja irgendwo was aufzureiben sein, was einem bei der mission hilft. wie zum beispiel essen, pillen gegen die radioaktivität oder waffen. von denen müsst ihr zwangsweise früher oder später gebrauch machen, denn zwischen den ruinen lauern mutierte wesen, wie sich euch als fang des tages ausgekuckt haben. aber auch fiese menschen in gestalt von plünderern und anderen banditen wollen euch an die haut und euren besitz einstreichen. deshalb solltet ihr immer was zum hauen, stechen oder schießen in den händen halten.

geht’s in einen kampf entscheidet ihr, ob ihr in shooter-manier einfach drauf haltet oder aber eher im rollenspiel-style die zeit anhaltet, euch vom pip-boy die schwachstellen eures gegners anzeigen lasst und dann angreift, um danach wieder in den echtzeit-verlauf zu schalten. das kostet allerdings aktionspunkte, die nur langsam wieder aufgeladen werden. man sollte sich also überlegen, wann man in slo-mo wechselt. manchmal mancht es sinn, zuerst auf die beine zu gehen, damit das gegenüber langsamer wird. manchmal direkt auf die arme, um ihm die möglichkeit zu rauben, waffen zu halten oder zu schlagen. das versuchen die anderen bei euch übrigens auch.

sinnlos leut meucheln und ihre habseeligkeiten abzustauben ist nicht sinnvoll. das spiel vergibt karmapunkte. je besser eine tat, desto mehr karma und desto freundlicher sind euch die leute, die ihr trefft, gesinnt. dann bekommt ihr goodies oder einen schlafplatz. wenn ihr böse werdet, werden euch auch eher finstere gestalten umgeben, denen man nur bedingt trauen kann, aber lukrativere aufträge bringen. besonders deutlich führt euch eine siedlung, in der ein atombomen-blindgänger liegt, die wahlmöglichkeiten und die folgen vor augen. helft ihr den dortigen einwohnern, bekommt ihr einen unterschlupf gestellt. gleichzeitig bietet euch aber ein schlüpfriger kerl viel geld an, wenn ihr die bombe scharf macht und aus der ferne zündet. für diesen weg bekommt ihr neben der belohnung einen unvergesslichen videospiel-moment geboten, aber irgendwie auch ein schlechtes gewissen...

während eurem streifzug durch das ödland sammelt ihr durch die diversen entscheidungen, aktionen und kämpfe erfahrungspunkte. mit ihnen könnt ihr eure charaktereigenschaften wie stärke, intelligenz und redegewandtheit aufbessern. das geht dann so, bis ihr level 20 erreicht habt. besser könnt ihr in dieser beziehung nicht werden. dazu könnt ihr euch noch spezialfähigkeiten, die sogenannten perks, aneignen. bis zur stufe 20 dürft ihr zum kannibalen werden und aus dem verzehr von leichen eure energie wiederherstellen. als entdecker seht ihr die komplette map, mit ninja-fähigkeiten könnt ihr leichter einen kritischen hit von hinten landen, mit solarenegie seid ihr im licht stärker, als nachtmensch dafür zur schlafenszeit usw. sehr amüsante optionen sind dabei. und mit diesen extras und zahlreichem praktischen zeug im gepäckt macht ihr euch auf die laaaaaange suche nach eurem letzten elternteil.

die landschaft sieht dabei zu jeder zeit so aus, wie man sich eine zerbombte umgebung vorstellt. dank der „oblivion“-engine, die dien entwickler natürlich verwendeten weil sie ihre ist ;), ist die weitsicht wirklich beeindruckend. ebenso toll sehen die wetter-, sonnen- und normal-mapping-effekte aus. allerdings sollte, sofern ihr die pc-version zockt, der computer auch dementsprechende power haben. ansonsten wird es zu ruckelig bzw. könnt ihr die schönheit der halbtoten umgebung nicht richtig genießen. dafür sind die bewegungen der figuren, ihre mimiken und einige andere texturen etwas statisch. aber kein grund für größere kritiken. das sieht trotz der offenen welt immer noch alles sehr, sehr gut aus.

zu den schönen grafiken kommt ein gelungenes leveldesign und quasi jeder charakter, den ihr begegnen werdet, hat seine eigene geschichte, die die eigene vorantreiben kann. im gegensatz zu anderen rpgs will man hier tatsächlich die ganze story hören, denn sie zieht einen in ihren bann, weil die atmosphäre einfach stimmt. dazu trägt auch die musik dabei. sie ist sehr „heile welt 50er“-mäßig. eben so wie der rest im spiel. das spaast natürlich so gar nicht ins bild, ist aber eben genauso gemeint und deswegen umso treffender. die synchro überzeugt durch die normalerwerde gute sprachausgabe sowie und die waffen kingen zudem auch noch authentisch. ich würde da je gern mal was kritisieren, aber es findet sich nichts. naja, wenigstens ist die deutsche version zensiert. darüber kann man motzen. wenngleich es dem spielspass nicht nimmt. ich muss nicht sehen, wie ein kopf zerplatzt. dennoch würde es in den sarkasmus des spiels passen.

"fallout 3" ist das (rollen-)spiel des jahres! setting, atmo, story sind wie aus einem guss. grafik und sound sind auch im oberen leistungsbereich angesiedelt und untermalen die zuvor genannten punkte perfekt. die mit äußerst viel ideen, phanstasie und einer gehörigen portion realsatire erschaffene welt rund um washington d.c. ist riesig und bietet viel zu entdecken, sodass man zur erkundung aller ecken und enden sicher wochen braucht. erwachsene rollenspieler hätten sich vielleicht das ein oder andere zusätzliche nebenquest gewünscht, aber zu sehen und zu erleben gibt es auch so mehr als genug. holt euch dieses meisterwerk und feiert den weltuntergang!

die seite zum spiel - und wie das spiel erst ab 18 :
fallout.bethsoft.com