COLIN MCRAE: DIRT 2

pusbisher: codemasters

vö: 11.09.09

system: ps3 (test), xbox 360, pc

wertung: 9.1 von 10



   

es geht durch stock, stein und arenen: „colin mcrae – dirt 2“ ist rally-spaß vom feinsten und schafft, was zocker des ersten teils kaum für möglich gehalten hätten, nämlich noch mal um einiges besser zu sein als sein ohnehin schon wirklich guter vorgänger.

wo fange ich an? an besten am anfang. noch einen introfilm mit fotofinish geht es direkt in den eigenen rennstall, der im spiel als interaktives menü dient. ihr seid natürlich ein noobie im geschäft und bekommt erst einmal alles von travis pestrana (der typ aus „nitro circus“) erklärt. er stellt euch unter anderem eure erste karre vor – der subaru vom vor 2 jahren bei einem hubschrauberabsturz verunglückte colin mcrae. verständlich, dass das auto eingebaut wurde, aber auch irgendwie morbide. und er führt euch durch den karriere-modus.

die einzelspieler-kampagne bietet euch als neulingen , wie das so ist, keine große auswahl an events bzw. strecken. die sind auch nicht sooo anspruchsvoll, dass sie euch verzweifeln lassen. nach ein wenig übung und einer eingewöhnungphase, in der man sich mit dem, den eigenen ansprüchen über eine kleine tabelle tunebaren auto anfreundet, sammelt ihr ordentlich erfahrungspunkte für platzierungen auf dem treppchen. dabei hilft übrigens auch eine rückspulfunktion, bei dem ihr einen crash ungeschehen machen könnt. so levelt ihr hoch und schaltet weitere rennen, rennbahnen, fahrzeuge und boni wie anhänger für den rückspiegel (!) frei. in den späteren veranstaltungen geht es darum, die unterschiedlichsten herausforderungen wie z.b. den erwähnten trailblazer (lange hochgeschwindigkeitsrennen), last man standings (die letztplazierten fliegen nach einem countdown raus), domination (sieger wird, wer die schnellsten abschnitte gefahren ist) oder eben klassische rally-etappen zu bewältigen. die strecken sind über die ganze welt verteilt. marokko, london, japan und die usa sind nur einige der gastgeberländer. und die landschaften, die ihr durchpflügen dürft, sehen überall einfach nur gigantisch aus.

schon im ersten teil hat die optik überzeugt. jetzt muss man sich zuweilen die augen reiben und sich ins bewusstsein rufen, dass man da ein spiel vor sich hat. es ist kinnladen-runter-fallen-lassend, wie der staub aufwirbelt, die sonne blendet und die boliden sind fotorealistisch in die szenerie eingebunden. die autos werden immer dreckiger und auch das schadensmodell kann sich sehen lassen. schon verwunderlich, wenn man bedenkt, dass da originallizenzen im spiel sind und sich die herstellen ja immer zieren, ihr auto mit blechschaden zeigen zu lassen. einzig das publikum wirkt etwas mau animiert. aber wer kuckt schon auf den rand der stecke. dazu bleibt eigentlich nie zeit.

ebenso beeindruckend wie die grafik ist der sound. die motorgeräusche röhren, das die wände wackeln. wenn’s knallt, dann richtig. untermalt wird das ganze noch von einem rockigen, treibenden soundtrack mit 45 songs von white lies bis deichkind. nur der kollege auf dem beifahrersitz könnte etwas mehr dynamik vertragen. dafür empfang man über funk die sprüche der konkurrenz während des rennes mithören. das macht laune.

mit teil 2 hat die reihe nun auch einen ausgeprägten multiplayer spendiert bekommen. dank kollisionsabfrage darf gerammt und gedrängelt werden. leider ist es nicht möglich, couch-rennen zu fahren, weil es keinen splitscreen gibt. innerhalb der mehrspieler-wettbewerbe und karriere gibt es noch keine challenges, die zu bewältigen sind. aufgaben wie eine gewisse höhe oder weite in einem sprung zu schaffen und eine strecke auf 2 rädern zu bewältigen, lockern das ganze auf. außerdem zeigen sie, dass die entwickler ihr hauptaugenmerk sicher nicht auf den simulationsaspekt gelegt haben. es ist ein arcade-titel und als solcher funktioniert er prächtig, auch wenn die steuerung mancher vehikel schwerer als andere von der hand geht.

neben dem pubikum, dem fehlen der splitscreenfunktion und dem leisen beifahrer könnten noch die niedrige zahl an fahrbaren untersätzen, die wiederholung von strecken und die fehlende replay-speicher-funktion bemängelt werden. außerdem werden die aufgaben und gegner mit steigender erfahrung exorbitant heftiger. aber das ist jammern auf hohem niveau.

 


fazit

„colin mcrea – dirt 2“ ist die neue referenz bei den rally-spielen. sicher nicht für sim-freaks, aber für pedal-duchdrücker, egal ob einsteige oder profi-racer auf alle fälle. sehr gute grafik mit detaillierten autos und einzigartiger cockpit-ansicht. viele abwechslungsreiche modi und rasante rennen sorgen dafür, dass der titel viele stunden an den controller fesselt. jetzt noch einen splitscreen und teil 3 wird nicht zu übertreffen sein. aber auch so kann man codemasters nur gratulieren. so muss ein offroad-racer aussehen! ganz klare kaufempfehlung!

 

 

gas geben und vorbeifahren: www.dirt2game.com