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CHRONO TRIGGER |
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1995 kam eine perle des rollenspiel-genres heraus - allerdings nur auf dem snes und nicht in europa. heute tun entwickler square enix und publisher koch media der games-welt einen riesengefallen und veröffentlicht „chrono trigger“ hierzulande für den ds. und es hat nichts von seinem charme verloren. ein wohliges, schon fast vergessenes gefühl kommt auf, wenn man zum ersten mal das handheld mit der kartusche anschaltet. 8bit-musik und bitmap-grafiken. was für die einen altbacken erscheint, triebt nostalgikern tränen in die augen. doch selbst kritiker werden schon nach kurzer zeit in den bann der story gezogen werden und merken, dass das alles, auch das „alte“, passt. daran ist crono, der hauptcharakter, der von euch gesteuert wird, einen großen anteil. denn der pixelhaufen ist eine leibenswerte mischung aus held, der in seine rolle wächst, und leicht trotteligem heißsporn. der schlendert zu beginn auf einem jahrmerkt herum und läuft dabei marlen über den weg. wie sich herausstellt, ist das lebenslustige mädchen eine prinzessin und will das auf dem rummel gezeigte teleportationsgeräte der smarten erfinderin lucca und ihrem vater ausprobieren. crono wird von einer vorrichtung auf die nächste gebeamt, bei marlen geht das experiment schief. sie wird von einem plötzlich auftauchenden portal eingesaugt. crono und lucca eilen ihr hinterher, um sie zu retten – und finden sich im mittelalter 400 jahre vor ihrer zeit (1000 n. chr.) wieder, in der marlen als königin verehrt wird. dummerweise verwechselt das regierte volk marlen aber mit einer vorfahrin, die vermisst wird. sie denken, ihre monarchin sei zurückgekehrt und geben die suche nach ihr auf. damit wird allerdings der verlauf der zeit verändert, denn wenn die ur-ur-...-großmutter nicht auftaucht, wird sie auch keine ur-ur-..-enkelin haben. marlen wird also nie geboren. also reist man wieder durch die zeit, landet dieses mal aber im jahr 1999 n.chr. und in einer welt, die von einem parasiten namens lavos fast zerstört ist. und schon wird aus dem paradoxon um marlen ein abendteuer, bei dem es um nicht weniger als die rettung der welt geht. ja, es passiert viel und das zeitreisen zu sehr dubiosen konstellationen führen können, wissen wir schon seit marty den fluxkompensator zum fluxuieren gebracht hat. dass ihr zwischen insgesamt sieben portalen in den verschiedensten erdzeitaltern pendelt, macht die sache auch nicht leichter. doch so vielschichtig die geschichte ist: dank einer durchdachten erzählweise, die euch nie überfordert und immer spannend bleibt, wird stück für stück fortgeführt. so erschließen sich lösungen oder probleme, die sich durch den eingeschlagenen weg ergeben. natürlich ist euer weg gespickt mit treffen, bei denen sich die unterschiedlichsten figuren aus den unterschiedlichsten motiven eurer maximal dreiköpfigen gruppe anschließen wird, logikrästeln und begegnungen der unangenehmen art. doch im gegensatz zu anderen vertretern des genres könnt ihr sehen, wo die nächsten feinde warten. ihr könnt also ausweichen oder grinden. die kämpfe finden direkt in der üblichen vogelperspektive der hauptansicht statt. dabei wird entweder rundenbasiert oder im active time battle-modus, praktisch in echtzeit, was auf die mütze gegeben. der gewinner ist der, dessen team am ende noch steht und zumindest einer von ihnen lebenspunkte hat. überraschung. ok, nicht wirklich. aber damals war das nicht gab und gebe. unterwegs sammelt ihr durch lösen von quests und erfolgreiche kämpfe erfahrung, mit denen sich immer bessere angriffe gestartet bzw. immer größere waffen gemeistert werden können. mit denen lassen sich dann härtere gegner schlagen, die wiederum mehr xp geben, wenn sie erledigt sind usw. jeder charakter hat neben normalen angriffen noch spezial-attacken, die besonders effektiv sind, aber magic-points kosten. außerdem müsst ihr abwägen, ob sich der einsatz lohnt. geht ein kontrahent in verteidigungsstellung, werden schläge eher verbuffen. außerdem nutzen die figuren die elemente für ihre superklopper. greift ihr nun ein eismonster mit eis an, powert ihr es auf, statt es zu plätten. es ist also taktik gefragt, wer wann zum angriff blasen soll. und bei den boss-fights verlangen einige skills von euch. nicht immer wird jedes gruppenmitglied mit heiler haut davonkommen... als 1:1-umsetzung ist, wie erwähnt, sowohl grafik und sound vom snes-original übernommen worden. die wurden von großmeistern der rollenspiele, nobuo uematsu (u.a. „final fantasy“-musik) und akira toriyama („dragonball“-zeichner, „dragon quest“-designer), erschaffen. doch die steuerung hat eine runderneuerung erfahren. es ist möglich, das spiel mit buttons zu zocken. genauso lassen sich weite teile aber durch stylus und touchscreen managen. items, die weltkarte und kampffähigkeiten im unteren screen sind durch das antippen leicht anwählbar. vielleicht hätte man die optionen des ds etwas mehr auskosten können, aber das ist geschmacksache. noch zwei veränderungen gibt es: die zahl der endsequenzen ist auf 14 (!) aufgestockt worden. der erhöht den wiederspielwert drastisch, wobei ein durchgang schon bis zu 30 stunden dauern kann. warum allerdings ein arena-mini-spiel und ein dungeon eingebaut wurde, der so gar nicht ist, wie die kurzen und knackigen in der vorlage, muss man wohl nicht verstehen. und eine „nicht-änderung“ könnte für manche gamer zum verhängnis werden: das spiel ist nicht ins deutsche übersetzt worden. zumindest grundschul-englisch ist von nöten. als fazit reicht ein satz: wer sich einen import von „chrono trigger“ nicht geleistet hat, zu jung war oder einfach eins der besten rpgs zocken will, muss es sich jetzt holen. zurecht wird das spiel in einem atemzug mit „final fantasy vii“ genannt. einzig dieses grinding-dungeon macht irgendwie keinen sinn. außerdem haben zocker ohne englisch-kenntnisse keine chance. aber wer auch nur im ansatz englisch versteht und einen ds sein eigen nennt, kommt an dem japano-abendteuer nicht vorbei. die charismatischen helden und die filmreife story, die einen wirklich reinzieht und manchmal zum nachdenken bringt, sowie für die zeit grafisch wie inhaltlich bombastischen zwischensequenzen darf man nicht verpassen, wenn man sich selbst als gamer bezeichnet. good morning, crono!
alles zum klassiker: na.square-enix.com/ctds/ |
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