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CALL OF DUTY: MODERN WARFARE 2

pusbisher: activision

vö: bereits erhältlich

system: ps3 (test), xbox 360, pc

wertung: 9.0 von 10



   

die geschichte schreiben immer die kriegsgewinner. oder die, die sie besser erzählen können. das muss auch das team feststellen, dass im ersten teil von „modern warefare“ zu gange war. zwar ist der russische ultranationalist geschichte, der sich mit arabern zusammengetan hatte, um den westen ins chaos zu stürzen, aber es ist fast keiner mehr da, der die wahre geschichte erzählen kann. folglich wird er als großer held gefeiert, der sich dem imperialisten entgegenstellte. und das wollen jetzt andere nutzen, ihre macht auszubauen und ziele durchzusetzen. dafür schrecken sie nicht einmal davor zurück, den dritten weltkrieg anzuzetteln. es liegt an einer britischen und einer marines-einheit – übrigens gespickt mit bekannten gesichtern - , die heimat zu verteidigen und gleichzeitig die hintermänner dingfest zu machen.

ob ihnen das gelingt, liegt an euch. in fulminant inszenierten kampagnen müsst ihr als britischer oder us-amerikanischer elitesoldat versuchen, die pläne der bösewichte zu durchkreuzen. jede einzelne mission wird euch vom beginn bis zum ende fesseln. ihr bekommt nur selten zeit zum luftholen, denn die wirklich intelligenten gegner setzen euch andauernd zu. außerdem hetzen euch eure kollegen ständig von einem kontrollpunkt zum nächsten. selbst bei den cineastischen zwischensequenzen bleibt man als spieler angespannt, weil sie in das laufende geschehen eingearbeitet werden. ihr bekommt eure order also mitten im kriegstreiben.

egal, ob ihr euch durch die elendsviertel von rio schlagt, in mitten eines blizzards gegner aus dem weg räumen müsst oder geiseln in einer bohrinseln befreien müsst: spätestens wenn die bombastische, von keinem geringerem als hans zimmer komponierte orchestermusik von einsetzt, dürft ihr euch sicher sein, dass die post gleich richtig abgeht. und die musik setzt verdammt oft ein, denn das spiel ist gespickt mit actionreichen abschnitten. sowieso ist der sound herausragend. denn deutsche syncho zeigt in den augenblicken, in denen geschrien oder auf den wahnsinn um euch herum aufmerksam gemacht wird, besonders deutlich, wie gelungen sie ist. dabei hört sich das ganze nicht nur gut an, sondern sieht auch noch gut aus. die schatten-effekte sind sehr geil. hier und da ein paar popups und

wie schon der vorgänger ist die fortsetzung gespickt mit momenten, die einem fast ungläubig in den bildschirm starren lassen. da findet man sich als erschöpfter soldat zwischen verwundeten und verzweifelten kameraden in einem bunker wieder und plötzlich bemerkt man, dass der sich direkt vor dem regierungshügel in washington ist. auf einmal ist man im all und sieht eine rakete starten. dann wird man an einem hubschrauber hängend aus einem kerker gezogen. und im nächsten moment dreht sich die story um 180 grad.

so gut das in szene gesetzt wird: manchmal ist es einfach schwer nachzuvollziehen, was da von statten geht und warum man von brasilien zu einer bohrplattform muss. für „mw“-frischlinge, die die zusammenhänge und die handelnden personen nicht kennen, dürfte das alles etwas zu viel sein. aus dem ladebildschirm vor einer mission, das als briefing dient, ist manchmal auch nicht wirklich brauchbares zu erfahren. aber es gibt coole sprüche hier und da. dagegen sind die settings wirklich gut ausgewählt und unverbraucht. wann kämpft man sich schon mal durch die favelas, einen gulag, sand- und schnee-stürme oder das weiße haus? auch neue features sind gut eingearbeitet, wie etwa die slo-mo, die sich einschaltet, wenn eine tür aufgesprengt und geiseln befrei werden sollen. nur wer reaktionsschnell die bösen von den guten unterscheiden kann, wird erfolgreich sein.

leider ist diese filmreife einzelspielerkampagne schon nach so 8 spielstunden schluss. viel längeren spielspass verspricht allerdings der umfangreiche multiplayer. auf abwechslungsreichen maps könnt ihr eure können online unter beweis stellen. in online-gefechten dürfen sich bis zu 18 zocker gleichzeitig in spiel-modi wie deathmatch-varianten, angriff und verteidigung, sabotage oder capture the flag beweisen. wie „mw“ wartet der nachfolger mit einem immer pushenden belohnungssytem auf. gelungene aktionen bringen erfahrungspunkte, die levelanstiege und damit charakterverbesserungen zur folge hat.. zum erfolgreichen ballern ist es auch wieder möglich, vehikel einzusetzten, die durch abschussbelohnungen im game gestartet werden können. von der überwachungsdrohne bis zum stealth-bomber ist alles verfügbar. dazu gibt’s noch extras wie versorgungsabwürfe und emp-bomben, die die elektronik des feindes stört. besonders gelungen ist der koop-modus, bei dem die missionen entweder zu zweit im split-screen oder gleich zu viert online angegangen werden darf, gescriptete events, wiederbelebungen durch die kumpels und streits um die besten frags inklusive. ob die internet-schlacht dem platzhirsch counter-strike den rang des beliebtesten multiplayer-spiels ablaufen wird, muss sich erst zeigen. das potential dazu hätte es jedenfalls.

der vollständigkeit halber seien auch noch die spezial-ops-missionen erwähnt. es handelt sich mini-level, die allein oder zu zweit erledigt werden können. vorgegebene ziele sind in einer bestimmten zeit, durch eine bestimmte anzahl von abschüssen oder einfach nur als überlebender zu schaffen. das ist lustiger als es klingt, denn die herausforderungen führen einen noch einmal an die besten locations und man ist immer gewillt, seine bestzeit zu toppen – soweit man überhaupt mal die vorgaben schafft.

 

fazit

„call of duty: modern warfare 2“ schießt zu jeder zeit ein technisch und grafisch perfekt inszeniertes shooter-feuerwerk ab. die abwechslungsreichen missionen und die zum teil fast schon übertrieben realistische darstellung des kriegs kreieren eine unheimlich dichte atmosphäre. nur der lineare, zu kurz geratene solo-feldzug und schwächen im story-telling führen zu abzügen in der b-note. allerdings wird der mehrspieler-modus dafür sorgen, dass das spiel noch sehr lange die laufwerke der next-generation-konsolen und pcs bewohnen wird. der ist absolut brilliant. abgesehen von der tatsache, dass es pclern unmöglich gemacht wurde, einen dedicated server einzurichten.

 

 

ps:

ich habe bei meinem test den inzwischen wohl hinreichend bekannte flughafen-level außen vorgelassen. mag sein, dass es in us-serien usus ist, dass zivilisten draufgehen müssen, damit die story vorangetrieben wird und man so richtig sauer auf die terroristen wird. aber die nummer ist lächerlich und schon vielsagend, dass russen massakriert werden und nicht amerikanische bürger. klar bringt das das spiel ins gespräch – und die gaming-szene im schlechtesten fall in verruf. wenn einer der „experten“ beim nächsten (hoffentlich nie stattfindenen) amoklauf es auf einem rechner entdeckt, dann werden wir es schwer haben, das abballern von menschengruppen zu erklären. auch wenn man in der deutschen version nur auf waffenträger schießen muss.

die site zum game: www.callofduty.com