BATALLION WARS 2

pusbisher: nintendo

vö: 15.02.08

system: wii

wertung: 8.0 von 10


   

das imperium der sonne hat eine superwaffe gebaut, mit dem sie einen großen angriff abwehren konnte. kurz nach der erfolgreichen verteidigung verschwindet sie. jahrhunderte später wird das imperium wieder attackiert. scheinbar ohne grund, denn die damalige auseinandersetzung ist vergessen und die nationen lebten lange in frieden. wie sich im laufe der zeit herausstellt, haben die aggressoren erfahren, dass eine neue superwaffe in der mache ist, die ihrem besitzer dazu verhelfen könnte, die weltmacht an sich zu reißen. tatsächlich ist diese behauptung nur teil eines perfider plans, die die verschiedenen völker in bewaffnete auseinandersetzungen stürzt. wer die guten und wer die bösen sind und wer der eigentliche feind ist, kann nie vorausgesagt werden...

vor diesem hintergrund spielt sich alles bei „bw2“ ab, wobei die mission aus der vergangenheit mit der zündung der superwaffe als tutorial dient und sich die entwicklung der auseinandersetzung zwischen den nationen in fünf kampagnen mit 20 abwechslungsreichen storymissionen vorangetrieben wird. die abfolge der einsätze ist festgelegt und es geht stets darum, missionsziele zu erfüllen, um erfolgreich voran zu kommen. dabei ist man selbst der commander, der seine batallionen befehlen wie "folgen", "warten", "angriff" oder "dieses ziel angreifen"erteilt. gleichzeitig steuert ihr aber selbst einen der insgesamt 22 heer-, luftwaffen- oder marine-einheiten aus 3rd-person-sicht.

da ihr aber eben nur alleine unterwegs seid, könnt ihr selbst mit den stärksten jets, zerstörern oder snipern solo nicht viel ausrichten. deswegen gilt es immer die eigenen truppen im auge zu behalten und sie strategisch einzusetzen. so sollte man flugzeuge gegen bodentruppen schicken, sie aber gegen schiffe vorsichtig angreifen lassen. panzer machen gebäude und geschütze wie flugabwehrtürme schnell platt, sehen aber gegen bazooka-soldaten schlecht aus usw. schere – stein – papier eben. es ist wichtig, auf dem weg zum eigentlichen ziel möglichst viele orte anzunehmen, die bestimme waffengattungen produzieren oder gefangenlager zu befreien, damit für nachschub gesorgt ist. das sorgt zudem für eine gute bewertung am ende einer gemeisterten mission. diese bewertungen sind es auch, die euch antreiben, das ein oder andere szenario noch mal durchzocken zu wollen. das treibt die spielzeit nach oben.

der singleplayer ist an einem wochenende zu schaffen. aber da gibt es jetzt ja den multiplayer – und der ist sehr ordentlich. die drei spielmodi mit je 6 maps umfassen skirmish (ein lager gegen das andere bis eines erledigt ist), assault (verteidige, solange es geht und danach einnehmen, so schnell es geht) und cooperative (zwei spieler gemeinsam gegen den computer). letzter bringt am meisten spass, vor allem wenn man mit wifi zusammen mit einem kumpel zockt. das spiel ist mittlerweile etwas älter und es finden sich nicht mehr sooo viele mitzocker auf den servern, aber nach einer kurzen wartezeit, vor allem wenn keine spielfilter eingebet, findet sich immer jemand. man fragt sich aber schon, warum diese spieloptionen nicht auch als ki-kampf in den singleplayer implementiert wurden.

dass krieg nicht lustig ist, wissen wir alle. und die kleinen einheiten gehen ganz schön ab und man versucht, den gegner an der empfindlichsten stelle zu treffen. das rechtfertigt schon eine freigabe ab 16, auch wenn die schlachten in keiner form realistisch dargestellt werden. von den befehlshabern über die landschaften bis hin zum kleinen fußsoldaten ist alles im comic-stil gehalten. details en masse gibt es nicht und hochauflösende 3d-modell sind eher selten. in der entferntesten der drei zoomstufen fällt das ohnehin nicht auf. gras und wasser sind jedoch schön gemacht.

die präsentation der mobilen klassen unterstreicht den wirklich intelligenten, treffenden humor, der auch die weltpolitik auf die schippe nimmt. bei massenkloppereien wird es manchmal etwas unübersichtlich, aber es muss einfach teil eurer taktik sein, immer den überblick zu behalten. slowdown gibt es übrigens auch nicht. das spiel ist in englisch, allerdings gibt es deutsche untertitel. die gehen zwar im schlachtgetummel etwas unter, doch im laufe der wiederholten versuche und auch mit ein bisschen köpfen kommt man schon selbst drauf, was die lustigen und zu den charackteren passenden stimmen wollten. musik klingt, sofern vorhanden, sehr heroisch und die menüs sind einfach strukturiert.

bleibt noch die steuerung: mit dem nunchuck wird die einheit kontrolliert, in deren korpus ihr gerade geschlüpft seid. die wiimote dient zum umsehen, zum anpeilen der feinde und zum ballern. erleichtert wird das durch eine lock-on-funktion. insgesamt funktioniert das recht gut, erfordert allerdings übung und allzu hektische bewegungen solltet ihr nicht machen. vor allem das lenken von flugzeugen mit hoch- und runterbewegungen sowie springen und seitwärtsrollen, dass durch das hoch- bzw. zurseiteziehen des nunchucks für infanteristen lebensrettend sein kann, will trainiert sein, wenngleich es auch nur selten gemacht wird.

ja, das frühjahr 2008 ist schon eine weile her. nichtsdestotrotz ist „batallion wars 2“ auf jeden fall ein titel, der die möglichkeiten der wii in punkto spielwitz voll ausschöpft. easy to learn durch die eingängliche steuerung – hard to master, da eure gegner nicht die dümmsten sind und ihr eure controller mit der zeit so gut handlen müsst wie karajan sein taktstock, wenn ihr überleben wollt. für langzeitmotivation sorgt der multiplayer, der hoffentlich auch einem jahr nach dem release noch eine weile genutzt werden will. der gelungene action-echtzeitstrategie-mix mit kleinen macken (übersicht, manchmal nervende sprüche von den chefs, wenig möglichkeiten im solo-spiel, spärliche speicherpunkte) hätte es jedenfalls verdient.

knuddelig, aber heftig: www.battalionwars.com