BIOSHOCK

pusbisher: 2k games

vö: 27.08.07

systeme: pc, xbox 360

wertung: 9.2 von 10


   

wir schreiben das jahr 1960. jack verschlägt es nach einem flugzeugabsturz auf ein kleines eiland. dort findet er eine rostige tauchkapsel. da er gerade eh nichts besseres zu tun hat, inspiziert unser held das gefährt. es kommt, wie es kommen muss: die tür geht zu, das mini-u-boot runter und er landet in der unterwasserstadt rapture.

rapture war eigentlich als utopia gedacht. hier sollten wissenschaftler, künstler und industrielle ihren traum von einer besseren welt leben. dummerweise machte ihnen adam einen strich durch die rechnung. adam ist ein von meeresschnecken gewonnener wirkstoff, der die stammzellen eines menschen erneuert und damit das ewige leben ermöglicht. die nebenwirkungen: er macht hochgradig süchtig und führt bei abhängigen, die sich nicht regelmäßig mit der droge versorgen, zu einem rapiden zell-zerfall. als der vorrat an adam zur neige ging, brach ein bürgerkrieg aus. nur die stärksten überlebten, haben es aber nicht geschafft, mehr von dem zeug zu produzieren. deswegen sind die meisten einwohner von rapture zu zombies mit entzugserscheinungen mutiert.

nach jacks ankunft demoliert eines dieser wesen im wahn dann auch gleich mal sein Tauchkapsel. eure aufgabe ist es nun, als jack nach einer alternativen möglichkeit zu suchen, wieder an die oberfläche zu gelangen. leider haben die fiesen mutanten etwas dagegen. sie dulden ebenso wenig fremde, wie das sicherheitssystem der stadt, das mit geschütztürmen und fliegenden selbstschussanlagen allen eindringlingen den garaus machen will.

zum glück findet ihr überall pistolen, gewehr oder ähnliches ballerwerkzeug, die in den kriegswirren vergessen wurden. mit diversen schuss- und schlagwaffen könnt ihr euch der Gegner fürs erste erwehren. wer jedoch meint, stumpf in der gegend herumballern zu müssen, wird erstens nicht weit kommen und verpasst zweitens das wohl coolste feature von bioshock: nachdem ihr euch selbst adam quasi aus versehen spritzt, entwickelt ihr übermenschliche kräfte. auf einmal könnt ihr unter anderem Blitze aus der Hand schießen lassen, leute einfrieren oder gegenstände per telekinese manipulieren.

diese plasmide genannten fähigkeiten eröffnen völlig neue wege, die zombies loszuwerden. Man lässt sie erstarren und geht an ihnen vorbei, man fängt geschosse mit bloßer willenskraft ab und schleudert sie dem angreifer entgegen, oder man lockt sie in eine pfütze und schießt einen Elektroschock ins Wasser. mit einem blitz kann man außerdem drohnen kurz außer Betrieb setzen und sie mit dem schnellen lösen eines minigames hacken. ist die maschine dann wieder flugtauglich, kämpft sie an eurer seite.

das sind kräfte, was? davon will man noch viel mehr haben, oder? kein problem: ihr müsst nur an mehr adam kommen. doch das ist leichter gesagt als getan. das mittel wird von den little sisters gehortet. das sind durchgeknallte mädchen mit orange-leuchtenden augen, die mit riesigen spitzen das adam aus leichen saugen. die kleinen schwestern versorgen übergroßen gestalten in taucheranzügen mit der droge. im gegenzug beschützen diese big daddys die mädels. um nun an die kleinen heranzukommen, müsst ihr immer erst die zähen und kampferprobten bodyguards besiegen. schafft ihr das, steht ihr vor einem dilemma: lasse ich die göre den weg alles irdischen gehen, hole mir ihr komplettes adam und werde immer mächtiger. oder befreie ich sie durch einen elektroschock von ihrer sucht, bekomme ein „danke“ und nur die hälfte ihres adams. na, wie weit geht ihr, wenn es darum geht, die eigene haut zu retten?

genau diese frage und die damit verbundenen emotionen sind es, die bioshock einzigartig machen. man hat wirklich mitleid mit dem kleinen kind, wenn es zusehen muss, wie man seinen eigentlich friedfertigen beschützer malträtiert. und wenn es um sein leben fleht, fragt sich der spieler wirklich, ob die verbesserung seiner eigenen kräfte eine blutrünstige tat rechtfertigen - zumal man mit guten taktiken manche situationen ohne ausgeprägte fähigkeiten lösen kann.

die morbide grundstimmung des spiels führt zusammen mit der detailreichen art-déco-optik und dem hohen gruselfaktor zu einer unglaublich dichten atmosphäre. allgemein sind sowohl sound als auch grafik beeindruckend. die wasser- und lichteffekte sind eine augenweide und die klangkulisse jederzeit genauso überzeugend wie die synchronstimmen der akteure. die angreifer agieren intelligent, indem sie sich beispielsweise während eines kampfes selbst heilen und immer angemessen auf attacken reagieren. nur schade, dass sich das aussehen der kleineren gegner mit der zeit immer wiederholt. apropos auf hohem niveau meckern: echte mankos sind die immer gleichen abläufe bei den hacks von elektronischen gerätschaften und der fehlende mehrspieler-modus, der eine höhere langzeitmotivation garantiert hätte. zudem ist das spiel insgesamt nicht allzu schwer und in rund 20 stunden zu meistern.

dennoch machen die atmosphäre, das von emotionen mitgetragene gameplay und die, durch die plasmide ermöglichte einbeziehung der kompletten umwelt macht bioshock zu einem der besten shooter, die bislang entwickelt wurden.

der neue stern am action-himmel steht seit ende august in den läden und ist für die xbox 360 und den pc zu haben. in deutschland könnt ihr euch allerdings nur eine entschärfte version holen, die die händler zudem nur an volljährige zocker raus rücken. wer sich einen ersten eindruck vom bioshock verschaffen will, kann die demoversion anspielen, die für beide plattformen erschienen ist.

 

alle infos unter www.2kgames.com/bioshock/