DIE LEGENDE VON BEOWULF

pusbisher: ubisoft

vö: 20.11.2007

systeme: pc, ps3, ps2, psp, xbox 360

wertung: 7.1 von 10


   

spiele, zu denen es ein kinofilm gibt, haben immer einen faden beigeschmack. zu viele üble filmumsetzungen haben gamer schon enttäuscht, weil sie einfach lieblos programmiert und oft ziemlich stumpfsinnig waren. stets hat es den anschein, dass ein spiel einfach so nebenher produziert wurde, um die kuh zu melken, solange sie im kino steht. ob es bei „beowulf“ anders ist?

oh moment, da hab ich erstmal die falsche cd eingelegt. ich wollte nicht über „god of war“ schreiben, sondern... moment... ist ja doch „beowulf“! kleiner, dummer scherz, aber von dem gameplay her haben sich die macher eindeutig an dem und ähnliche titel wie „prince of persia: the two thrones“ orientiert. das ist keine kritik, weil die mischung aus hack’n’slay und endboss-geschicklichkeits-timing-training bei diesen spielen funktioniert.

auch der held aus skandinavien macht das zu beginn des nachgespielten epos’ nicht schlecht: die einführung im tutorial macht lust auf mehr. es wird gezeigt, wie der titelheld aus der third-person-sicht gesteuert wird, wie er seine rekruten findet, sie steuert und per rhythmischer eingabe motivieren kann, und wie die großen bosse mit schnellen vorgegebenen druck auf die vorgegebenen tasten platt gemacht werden. das sieht schon gut aus, durch nach der einführung bemerkt man schnell, dass das im großen und ganzen echt schon alles ist und sich die situationen wiederholen.

ein abschnitt läuft oft folgermaßen ab: ihr fahrt mit eurem schiff in der gegend rum. um mehr power aus den männern an den rudern zu holen, gebt ihr per spielchen die schlaggewindigkeit vor. dann landet ihr an einem stand, der mit feinden gefüllt ist. mir blocks, einfach zu lernenden kombos oder einfach mit der button-mash-methode lässt ihr das blut (von dem es allzu viel gibt!) in massen strömen macht ihr alle platt. eure recken helfen dabei nur bedingt, weil die ki zuweilen gern mal leute ins offene messer rennen lässt. das ist schon deswegen blöd, weil ihr game over seid, wenn euer anhang komplett ausgelöscht wurde. also müsst ihr nicht nur auf euch sondern auch auf die horde aufpassen. wenn alles mal wieder ein bisschen viel wird, versetzt ihr euch in rage und macht mit wenigen schwerthieben alles platt, was auf zwei oder mehr beinen steht. dummerweise können das auch mal die eigenen mitstreiter sein, die durch das dann rot getönte sichtfeld nur schwer von den bösen zu unterscheiden sind. noch dummer ist es, dass eure health-anzeige danach fast leer ist und ihr aufpassen müsst, nach dem austritt aus dem rage-modus nicht gleich von einem angreifer platt gemacht zu werden.

seis drum: früher oder später hat also jeder feind das zeitliche gesegnet und es geht weiter. je nachdem, an welcher stelle ihr seid, dürft ihr dann eure gefolgschaft wieder per rhythmus-eingabe schwere felsbrocken o.ä. aus dem weg räumen lassen, einen zwischengegner per quicktime-eingabe in seine teile zerlegen, oder einem endboss zeigen, wer der uber-krieger ist. und die bosskämpfe können sich echt sehen lassen: die animationen sind wie bestimmte kampfbewegungen, das außenrum und oft auch der sound wirklich gelungen und erinnern tatsächlich stellenweise an den film. da die druckkombos allerdings häufig recht simple sind, sind die monster schnell erledigt und man begibt sich wieder in den einheitsbrei der schlachten - manchmal unterbrochen von charakteren, die von grendel erzählen und die man labern lassen muss, weil die szenen nicht weggeklickt werden können.

mal ganz davon abgesehen, dass beowulf oft gegen nicht vorhandene abgrenzungen rennt (levelbegrenzung) und es nicht gebacken bekommt, den richtigen weg über einen stein oder von einer klippe zu finden: gibt es etwas schlimmeres, als rhythmus- oder timing-aufgaben nicht erfüllt werden können, weil dauernd eine gewisse bild/ton-asynchronie auftritt? zuerst hält man sich für unfährig, dann will man das pad in die ecke schmeißen und dann stellt man fest, dass das ein spiel eigentlich nicht bringen kann.

optik, klang und vom grund-gameplay her ist bei „beowulf“ in ordnung. die aufrüstbare waffenkammer sorgt für ein stück weit motivation. der lineare spielverlauf ist auch noch zu verkraften, weil niemand einen gta-klon erwartet. aber über die monotonie im leveldesign, die ermüdende und die fehler in grafik und ablauf darf man nicht hinwegsehen. da ist der spieler schon fast froh, den abspann bereits nach ungefähr sechs stunden zu sehen. weniger froh dürfte er über das geld sein, dass er eigentlich nur investiert hat, um angelina jolie halbnackt zu sehen.

mehr infos gibts hier: http://www.ubi.com/DE