ASSASSINS CREED ALTAIRS CHRONICLES

publisher: ubisoft

vö: 10.04.08

system: nintendo ds

wertung: 8.5 von 10


   

was hat eigentlich altair zu dem gemacht, was er ist? wie ist der coole killer, der im schulsport wahrscheinlich immer eine 1 bekam, zu seinem job gekommen? die antwort gibt die nintendo ds version des erfolgstitels „assassins creed“ mit dem untertitel „altairs chronicles“, die seinen kollegen, den prinz aus persien, alt aussehen lässt.

die geschichte zum schleich-/spionage-/spring-/schnetzel-spektakel ist der „assissins creed“-story zeitlich nur unwesentlich vorgelagert, spielt also auch im späten 12. jahrhunderts. die templer treiben zwar schon ihr unwesen, sind aber noch nicht als bedrohung erkennbar. und trotzdem laufen schon zahlreiche schurken durch die gassen von vier städten des vorderen orients herum, die von ihren dasein als böser mensch ultimativ befreit werden wollen. doch es ist nicht leicht, an die chefs der gauner zu kommen. der weg zu ihnen und damit zu einer friedvolleren welt ist mit fallen und fließling-getreuen gespickt. aber altair wäre nicht der agent 47 (für alle nicht-hitman-spieler: profikiller) des vormittelalters, wenn er nicht mittel und wege finden würde, an die obergarnoven ranzukommen.

mit „mittel“ sind natürlich geziehlte schwerthiebe gemeint und mit „wege“ die folter- und diebestechniken der assassinen, die man von der next-gen-version kennt. natürlich sind sie nicht 1:1 importiert worden. geht bei zwei 256x192 bildschirmen ja schlecht. und auch die grafischen möglichkeiten eines ds mit denen einer ps3 zu vergleichen, ist einfach nur vermessen. die nintendo-version ist von der grafik her mehr als in ordnung - auch wenn die fehlenden highlights wie die fernblicke über städte und landschaften fehlen, die einen großteil der ac-ästhetik ausmachen. zwar ruckelt es hier und da, aber altair kann man als den typen erkennen, der er ist und in den häufigen sidescroll-jump'n'run-einlagen kommt aufgrund der schönen animationen und dem nicht gerade bombastischen, jedoch stimmigen sound einen hauch von orientalischem flair auf. den weniger detaillierten darstellungen der kämpfe und eliminierungen haben es auch jüngere zocker ab 12 jahren zu verdanken, dass sie auch mal in einem weißen gewand über dächer hopsen und klingen sprechen lassen dürfen.

das ist dank der einfachen knöpfchen-steuerung mit y- und x-button und gekonnten kombinationen der beiden auch kein großes problem. die gegner mit wachsenden schwierigkeitsgrad zu besiegen dagegen schon, aber alles andere wär ja auch langweilig. da wird dann der einsatz der schleichtaste r und der duck-taste l immer wichtiger, um die besseren kontrahenten mit überraschungsangriffen leichter über den jordan zu schicken. wenn einem doch mal zugesetzt wurde, schnappt man sich mit dem a-knopf eine vase, zerdeppert sie und holt sich das darin versteckte energie-powerup. gleichzeitig kann man mit a dinge greifen und in dinge greifen, um etwa eine kiste auf einen mechanismus zu legen, der eine der, oft an die allerersten prince of persia-abenteuer erinnernden fallen zu deaktivieren oder durchgänge zu öffnen bzw. wurfmesser aus kisten zu holen.

lässt sich eine falle wie schwingende klingen und sich bewegende dornen nicht entschärfen, muss man mit timing und fingerspitzengefühl durch. das erfordert genausoviel geschick wie das „foltern“ oder das stehen bestimmter gegenstände. denn wie beim großen vorbild weiß altair manchmal nicht, wer der oberfeind ist, wos lang geht oder es fehlt der schlüssel zum entscheidenden tor. in diesen fällen kommt der touchpen ins spiel: durch quicktime-events, bei der vorgegebene punkte schnell berührt werden müssen, wird die befragung simuliert. beim diebstahl muss eine bestimmte strecke mit dem stift abgefahren werden, ohne dabei den gezeigten bereich dabei zu verlassen. hier sind die möglichkeiten, die der nintendo ds bietet vielleicht nicht ganz ausgeschöpft worden, denn der touchscreen wird ansonsten nur als karte genutzt.

dennoch ist das spiel abwechslungsreich genug, um eine langzeitmotivation zu garantieren. renn-und-spring-einlagen zwischen schnetzel-buttonmashing zwischen logikrätseln zwischen touchpen-einsätzen – da geht was. hat man eine mission verbockt, macht man sich sofort daran, neue mittel und wege (da sind sie wieder) zu finden, an den boss heranzukommen. schon das ewige antreiben macht die investition in „assassins creed: altairs chronicles“ bezahlt, dazu gibt’s noch schöne kampfbewegungen und akrobatische klettereinlagen. damit dürfte der prinz von persien zumindest auf dem ds nie könig der action-jump'n'runs werden – den thron hat sich jetzt nämlich altair erschlichen. außerdem war der königssohn eh schon immer ein weichei...!

 

alle infos unter http://assassinscreed.de.ubi.com/